Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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158 Seide und Seidenbau.

folgenden werden unten in die Mitte der Gerüste zwischendemBoden und derDecke gestellt, und erhalten täglich drei-mal Futter, und die zuletzt auskriechenden bringt manganz oben hin, wo die Luft am wärmsten ist, und futtertsie täglich viermal. Schon nach zwei bis drei Tagenwerden sich die Raupen alle ziemlich an Größe gleichkommen, in welcher Zeit sie dann alle gleichmäßig vier-mal täglich ihre Nahrung erhalten. Bei einer großenAusdehnung des Seidenbaues pflegt man die zuerst aus-kriechenden Raupen gewöhnlich wegzuwerfen; man kannsie aber auch behalten, wenn man sie einzeln an die käl-testen Orte des Zimmers bringt und ihnen drei bis vierTage lang nur halb soviel Futter reicht, als den andern.Auf gleiche Weise pflegt man es auch mit den Eyern zumachen, die am Schlüsse des dritten Tageö nach demAnfange des zahlreichen AuSschlüpfens nicht ausgekrochensind, und die bei guten Eyern etwa ein Fünftel betra-gen, sie wegzuwerfen, um desto eher die Raupen alle vongleichem Alter und gleicher Größe zu haben. Um diesenVerlust zu ersetzen, nimmt man gleich anfangs etwa denfünften Theil mehr Eyer, als man nach Verhältniß deszu erwartenden Futters zur Brüt bestimmte. Solltendie zuerst ausgelegten Eyer Schaden leiden, oder die er-sten Blätter des Maulbeerbaumes durch Spätfrost ver-nichtet werden, so muß man, um den Seidenbau fürdas laufende Jahr nicht ganz aufzugeben, eine Quan-tität Eyer an kalten Orten zurückbehalten. Beim Trei-ben des Seidenbaues im Kleinen hat man keine Eyer,noch Raupen aufzuopfern nöthig. Man darf nur diein einem halben Tage ausgekrochenen Raupen gehörigzusammenbringen, und die zuerst auskriechenden Rau-pen an die kühlsten, und die zuletzt auskriechenden an die, wärmsten Orte seines Zimmers bringen.

Von der Behandlung der Seidenraupenin den verschiedenen Lebensaltern. Die ersteLebenöperiode oder das erste Lebensalter.