160 Seide und Seidenbau.
ihrer Lager müssen gehörig erweitert werden. Amdritten Tage muß der Futterbedarf für alle vierMahlzeiten etwa 3 Pfd. betragen. Die Raupen fressenjetzt gieriger und nehmen schon 2 Drittheile des Ran-meS der für sie bestimmten Papierbogen ein. Fressensie ihr Futter sehr schnell auf, so muß man ihnen Zwi-schenmahlzeiten reichen, welche etwa die Hälfte der erstenbetragen können. Die Menge der Blätter für dieseZwischenmahlzeiten genau nach dem Gewichte zu bestim-men, ist unmöglich; man muß sich dabei nach der Mengedes für diesen Tag bestimmten Futters und nach derFreßbegierde der Raupen richten. Am vierten Tage.
, An diesem Tage bedarf es nicht mehr Futter, als etwa1 Pfd. und 6 Unzen. Das erste Futter giebt manetwa zu 9 Unzen, und vermindert die andern in demMaße, wie man bemerkt,, Laß die Raupen ihr Futternicht mehr gehörig auszehren. Es ist höchst wichtig,den Raupen während des ersten Lebensalters einen ge-hörigen Raum zu verschaffen, um möglichst zu verhin-dern, daß sie sich nicht bei der herannahenden Häutungauf einander legen. Am Ende dieses Tages schlafendie meisten Raupen ein und fressen nicht mehr. Amfünften Tage giebt man ungefähr 6 Unzen fein ge-schnittene-Blätter und streut sie besonders aufdieStel-len, wo sich die Raupen noch sehr thätig zeigen. Wenn6 Unzen nicht ausreichen, so muß man noch so vielhinzufügen, als nöthig ist. Am Ende des Tages sindalle Raupen eingeschlafen, und manche fangen sogarschon wieder an zu erwachen. Im ersten Lebensalterwird die Luft im Zimmer bloß durch die Thür erneuert.Die nöthige Temperatur wird vermittelst der Oefen oderdurch Kaminfeuer erhalten, welches in Frankreich undItalien gewöhnlich der Fall ist.
Die zweite Leb ensperiode oder das zweiteLebensalter. In diesem Alter bedürfen die auseiner Unze Eyern ausgekrochenen Raupen bis zur Voll