Seide und Seidenbau. 161
endung des zweiten Lebensalters zu ihrem Lager einenRaum von etwa 19—20 Quadratfuß. Die Warme,welche ihnen in diesem Alter zusagt, ist 18—19 GradReaumür. Man muß jetzt acht auf die Raupen ha-ben, und ihnen nicht eher die erste Mahlzeit reichen, alsbis sie alle erwacht sind. Nach Haumann soll esbesser seyn das Erwachen aller Raupen erst abzuwar-ten, welches zwanzig bis dreißig Stunden nach demAufwachen der erstem geschieht. Nach BonafonSgeschieht die Häutung gewöhnlich in einem Tage, wäh-rend nach der Deutschen Vorschrift und Uebung oftzwei, drei und vier Tage dazu vorkommen, welches beiuns aus der weniger geregelten Fütterung entspringensoll. Auch soll das schwerere Häuten, nach dem Herrenvon Hazzi, oft von Störungen der Raupen stam-men. Die Raupe befestiget nämlich die alte Haut mitgesponnenen Fäden an den Zweig oder Rahme», oderan das Papier des Behältnisses, sie wendet und drehetsich mit dem Kopfe nach oben, bis er mit dieser An-strengung aus der alten Haut entschlüpfen, sie gleichsamabdrücken oder abstreifen kann. Während dieser Zeitruht sie öfters aus, und erscheint wie erstarrt. Unterdieser Zeit nun, oder in diesem immer kranken Zustandedarf man sie nicht im mindesten stören, damit sie nichtdie Fäden doppelt zu spinnen braucht, und ihre Kräftedadurch erschöpft. Sobald nun die Raupen anfangenihr Lager zu verlassen und fast alle die Köpfe in dieHöhe zu richten, und sich hin- und her zu bewegen, dannist solches ein Zeichen, daß die Raupen alle erwachtsind. Es ist nun nöthig, sie in andere Behältnisse zubringen, oder vielmehr ihnen ein reines und frischesLager zu geben. Man legt nun kleine zarte Maulbeer«zweige mit vier bis acht Blättern auf sie, so daß dieBlatter möglichst ausgebreitet sind, und zwischen den-selben immer ein zwei Finger breiter leerer Raum bleibt.Hat man auf diese Weise ein Raupenlager bedeckt, so<vee. rechn. E»<> Theil 61.11. L