Seide und Seidenbau. 163
Der Bedarf an Futter beträgt H Pfund gereinigterBlätter. Die beiden ersten Mahlzeiten sind die reich«lichsten. Man muß die Streifen beim Futter so erwei«tern, daß fast der ganze für dieses Lebensalter bestimmteRaum angefüllt wird. Am vierten Tage. Da andiesem Tage die Raupen alle einschlafen, und am folgen«den Tage erst wieder erwachen, mit welchem sie ihr zwei«tes Lebensalter vollenden, so sind nur 2 Pfd. 4 Unzengereinigte und zart geschnittene Blätter nöthig, welchesehr sorgfältig nach dem Bedürfniß ausgetheilt werden.Man muß jetzt die eingeschlossene Luft im Raupenzim-mer etwas zu erneuern suchen, und die Zuglöcher, bisdaß der Thermometer einen Grad gefallen ist, öffnen.Hierauf werben sie wieder verschlossen.
Diedritte LebenSperiode oder das dritteLebensalter. In diesem Alter nehmen die Raupenvon einer Unze Eyer 46 Quadratfuß Raum ein. DieTemperatur kann etwa 17 bis 18 Grad Reaum. betra-gen. Am ersten Tage. Man braucht 3 Pfund 6Unzen kleine Zweige und eben so viele Blätter, die et-was gröber zerschnitten werden müssen, als es biS jetztgeschehen, und gegen das Ende dieses Alters werden sienoch gröber zerschnitten. Das Erwachen der Raupenkündiget sich durch eine wellenförmige Bewegung desKopfes an, wenn Man über sie wagerecht wegbläst.Die kleinen Zweige werden, wie im zweiten Lebensalter,zum Fortschaffen der Raupen auf eine andere Lager-stätte angewendet, und sie dienen zugleich als ersteresFutter für die Raupen. Den übergetragenen Raupengiebt man ungefähr die Hälfte des Raumes, der fürdieses Alter bestimmt ist. Zum zweiten Futter erhaltendie Raupen etwa 1 Pfd. 14 Unzen Blätter. Wenndas Uebertragen der Raupen zu spät geschehen seyn sollte,so daß nicht Zeit genug übrig bleibt, ihnen noch die beidenletzten Mahlzeiten zu reichen, so thut man die an diesemTage übrig bleibenden Blätter zu den für den folgenden
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