Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
166
JPEG-Download
 

166 Seide und Seidenbau.'

beim zweiten Lebensalter gezeigt wurde. Am zweitenTage ist der Bedarf 39 Pfd. grobgeschnittene Blätter,die in vier Mahlzeiten gereicht werden. Die beiden er-sten werdtn schwächer, die beiden letzten stärkergemacht.Das Lager wird dabei auf die bekannte Art erweitert.Am dritten Tage braucht man 52^ Pfd. ganz grobgeschnittene Blätter. Die beiden ersten Mahlzeiten sinddie schwächsten und die letzte muß Pfd. betragen.Am vierten Tage bedarf man 50^ Pfd. »»geschnit-tene Blätter. Die drei ersten Mahlzeiten sollen jede16^ Pfd. betragen; die vierte hält etwa 10^ Pfd. Amfünften Tage bekommen die Raupen 29^Pfd. ganzeBlätter, welche nach ihrem Bedürfniß vertheilt werden.Die erste Mahlzeit ist die stärkste. Hier tritt ein gro-ßer Theil der Raupen in den Häutungsfchlaf. Amsechsten Tage hat man 6^ Pfd. ganze Blätter nöthig,die man nach dem Bedürfniß der Raupen vertheilt.Jetzt schlafen die Raupen ein. AmsiebentenTageerwachen die Raupen wieder und vollenden so ihr vier-tes Lebensalter.

Es ist in dieser Lebensperiode gerathen, in großenSeidenraupereyen täglich drei- bis viermal in den Ka-minen mit dünnen Hobelspänen oder mit Stroh Loh-feuer zu machen und die Zuglöcher offen zu lassen; auchkann man bei nicht zu kalter oder regnigter Witterungdie Thüren und Fenster öffnen. Im Kleinen öffnetman die Fenster oder bei der eben genannten Witterungdie Thüren des Zimmers, In dieser Periode muß manAcht auf die unglaubliche Menge wässeriger Dünste ha,ben, welche täglich durch die Ausdünstung der Raupenselbst und ihres Futters entwickelt werden; und dannauf die schädlichen, oft tödtlichen GaSartm, welche sichunaufhörlich von den Thieren selbst und von ihren Ex-krementen und von den Ueberbleibseln der Nahrungentbinden.

Die fünfte Lebensperiode oder das fünfte