Seide und Seidenbau. 167
Lebensalter. Am ersten Tage. Nachdem die Rau-pen ihr viertes Alter vollendet haben und aus demHäutungsschlafe aufgewacht seyn werden, muß man so-gleich zu ihrer Versorgung schreiten. Man gebe ihnendaher zu ihrem Lager in dieser Periode einen Raum von239 Quadratfuß, und eine Temperatur von 16 bis16^ Grad. Am ersten Tage nehmen sie einen Raumvon 130 Quadratfuß ein, welcher mit den 109 Qua-dratfuß Raum, auf welchem sie bisher lagen, und dernun zu reinigen ist, zusammen die ganze Fläche giebt,auf welcher sich die Raupen nach und nach . bis zu ihrervölligen Reife ausdehnen müssen. Am ersten Tagesind 21 Pfund kleine Zweige und eine gleiche Mengenicht zerschnittener Blätter zum Fntter nöthig- DieRaupen werden, wie auch schon oben angeführt wor-den, gleich nachdem sie ausgekrochcn, auf frische Lager-stätte gebracht, und die Flatschen oder Streifen so an-gelegt , daß sie nur ein wenig mehr als die Hälfte derTafeln einnehmen. Die Tafeln, auf welchen die Rau-pen vorher lagen, werden schnell gereiniget, weil mansie ebenfalls zu den frischen Lagerstätten wieder bedarf,und so geht die Arbeit fort, bis alle Raupen auf frischeLagerstätte übertragen worden. Die noch aufgewach-ten Raupen während des Reinigens, werden sogleich,nach dem sie auf die Blätter gekrochen, zu den übrigengebracht; die dagegen noch nicht erwachten, werden aufein besonderes Lager an die wärmsten Oerter des Zim-mers gebracht, hier recht weitläuftig gelegt, und durchreichliche Nahrung, den andern gleich gebracht. Wäh-rend des Uebertragens und Reinigens wird die S. 114angezeigke Luftreinigung zwei- bis dreimal vorgenom-men; auch öffne man, wenn die äußere Temperatur derLuft mild ist, die Thüren, Fenster und Zuglöcher, undbrenne Lohfeuer. Die Papierbogen, welche aufden Tafeln oder Horden gewöhnlich untergelegt gewe-sen, werden zusammengerollt, und so die Mistung aus