178 Seide und Seidenbau.
Wenn man nun gewahrt, daß die Raupen ein Netzum sich zu spinnen anfangen,' welches die Flockseideheißt, so kann man mehr Lust in das Zimmer lassen,jedoch dabei immer Acht haben, daß weder zu großeHitze, noch zu große Kälte im Zimmer herrsche, weilbeides den Raupen in dieser Periode gleich schädlich ist.Von der Zeit des Netzes oder der Flockseide, das dieRaupe um sich zieht, an, vollendet dieselbe ihren Coconoder Einspinnung in 3^ Tagen. Die Raupe verwan-delt sich also in eine Puppe, welche man Gallet oder 'Cocon nennt. Haben die Cocons eine gewisse Dicht- jheit erlangt, so können die Thüren, Fenster und Zuglö-cher geöffnet werden, die Temperatur und Bewegungder äußeren Lust kann seyn, wie sie will. Diese Re-geln muß man hier durchaus beobachten, wenn mannicht Gefahr laufen will, Schaden zu leiden; denn eineniedere Temperatur verdichtet die Seidenmaterie in denRaupen, und ihre Arbeit wird sogleich unterbrochen,eine zu hohe zwingt dagegen die Raupen ihre Seide zufrüh von sich zu geben, in welchem Fall die Seide dannnicht gehörig ausgebildet und auch gröber ist. Manmerke sich übrigens genau den Tag, wenn die erstenRaupen aufgestiegen sind, damit sie nicht zulange inden Hütten sitzen bleiben; auch dürfen sie nicht zulangeaufsteigen, damit die letzten gehörig ausspinnen können.Das Auskriechen des Seidenspinners geschieht früheroder später, je nachdem es kühl oder warm beim Spin-nen gewesen; im ersten Fall, nach Verlauf von 20 bis22 Tagen, im letzter« nach 18 bis 20 Tagen.
DasAbnehmenderCoconsaus denSpinn-hütten und die Sonderung derselben zurNachzucht und zur Seidenfabrikation, unddie Tödtung der Puppen in denselben. Nach-dem sich die Raupen völlig verpuppt haben, das heißt,den Cocon ausgesponnen, werden die Hütten eingerissenund die Cocons abgenommen, welches gewöhnlich am