. SeL-e und Seidenbau. 179
achten bis neunten Tage geschieht. Aber auch diesesEinreisten muß mit Vorsicht geschehen, weil sonst leichtdie Cocons beschädiget werden können. Sind die Hüt-ten vorn mit Papier oder Leinwand verschlossen, so mußman solches herunter machen, das Reis, oder was mansonst zur Verfertigung derHütten gebraucht hatte, he»aus nehmen, sanft auf den Tisch oder auf sonst eineStellage legen, und die Cocons mit der sie umhüllendenFlockseide von dem Reise abnehmen. Alle weiße, gelbeund doppelte Cocons werden erst zusammen gelegt, die-jenigen aber, welche fleckig sind, das heißt, in welchendie Raupen gestorben, ehe sie sich verpuppt hatten, legtman besonders, damit die guten durch diese nicht ange-schmutzt werden. Dieses geschieht jedoch nur, wenn sievon der Art sind, daß es sich der Mühe lohnt, sie abzu-haspeln. Die ganz schlechten, sogenannten Pellen,werden weggeworfen. Aus den guten, sowohl weißen,als gelben Cocons, sucht man die schönsten zum Samenaus, wenn man nämlich aus beiden Samen ziehen will.Man erkennt die guten daran, daß sie an beiden Endenrecht fest gesponnen, in der Mitte etwas eingezogen undrecht schön weiß sind. Sie dürfen sich auch nicht sam-metartig und schwammicht anfühlen lassen, sondern müs-sen derb und fest seyn. Auf 1 Loth Eyer rechnet man 80Stück einfacheCc cons oder 40 Paa» Die Flockseide mußnun sorgfältig, sowohl von dem Reise, als auch vonden Cocons losgemacht und besonders gesammelt wer-den, weil sie auch einen Handelsartikel abgiebt und zuWatte, theils auch gekrämpelt zu gröberer Seide ve»spönnen werden kann. Hierbei hat man zweierlei zubeobachten, erstens, daß man eines Theils die Coconsvon aller Flockseide gehörig reinige, weil Alles, was nochan denselben hängen bleibt, bei der fernern Bearbeitungder Seide verloren geht; andern Theils muß man sichsorgfältig hüten, daß kein Unrath, keine Zweige, Blät-ter rc. unter die Flockseide komme, indem sie dadurch
M 2