180 Seide und Seidenbau.
verunreiniget und weniger brauchbar wird. Bei demAbnehmen und Reinigen werden die Cocons, wie schonoben angeführt worden, abgesondert und ausgesucht.Man legt die harten und festem, die man zu Samenbestimmt hat, die weichen und löcherigen, bei welchendie Raupen nicht hinlängliche Seidenmaterie hatten,um sie zu vollenden, die flockigen und nassen, in welchendie Raupen gestorben sind, und zuletzt die Doppelco-cons, wo sich zwei, auch wohl drei Raupen in eine ein-zige Hülle versponnen haben, und die sich durch ihreGröße und Dicke auszeichnen, jede Art in eine» beson-dern Korb oder in ein anderes Gefäß. Hat man vieleweiße Cocons unter den guten, so können diese auchvon den andern abgesondert werden, indem solche im-mer eine feinere und zu weißen und hellen Zeugen vor-theilhafter zu benutzende Seide liefern, und daher etwashöher verkauft werden können« Bei den anderen Sei-den ist einö solche Sonderung nutzlos. Was die zurNachzucht bestimmten, schon oben erwähnten Coconsbetrifft, so muß man bei denselben nicht allein auf dieGestalt, auf die Härte, Dichte und Feinheit des Gewe-bes, sondern auch auf die Farbe sehen. Man wähledaher Cocons, welche weder zu hell, noch zu dunkel sind,und wenn man weiße Seide erzeugen will, kann manauch weiße Cocons zur Nachzucht lassen. Man mußaber nicht immer darauf rechnen, daß alle von Schmet-terlingen aus weißen Puppen erzeugte Raupen, wiederweiße Seide spinnen sollen; denn sehr oft spinnensolche Raupen gelbe oder röthliche Seide, währendauch der umgekehrte Fall nicht selten Statt findet.Nach Haumann soll auf die Färbung der gesponne-nen Seide die Nahrungsmittel und Lebensverhältnisseder Raupen einen wesentlichen Einfluß haben. Bei sei-nen oben, S. 141, erwähntenVersuchen mit verschiedenenSurrogaten statt Maulbeerblätter, haben die mit Salatgefütterten Raupen eine hellere Seide, als die mit Maul-