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Seide und Seidenbau.
bald herauswinket. Die Cocons, wo solches geschieht,können zur Florekseide gebraucht werden. Man istalso darauf bedacht, dieses zu verhindern, durch das Ab-haspeln der Seide vor dieser Zeit, wo nun aber diesesnicht schnell geschehen kann, oder wo man genöthigetist, die Cocons in Seidenspinnereyen zu verkaufen, damuß man die Puppen vorher, das heißt, vor Ablaufdieser Zeit, todten, also vor dem zwölften Tage. DasTodten der Puppen in den Cocons geschieht auf dreiverschiedene Arten: 1) Durch starke trockne Hitze;2) durch heiße Wasserdämpfe, und 3) durchscharfe durchdringende, den Insekten tödtlicheAusdünstungen. — 1) Durch trockene Hitze.Durch natürliche Wärme, welches gewöhnlich in Ita-lien üblich ist. Die Cocons werden an heißen Tagen,wo der Thermometer auf 25 Grad steigt, den ganzenTag über, das heißt, vom Sonnenaufgang bis Sonnen-untergang, der Sonnenhitze in Wannen oder auf Hör-den, Matten rc. ausgesetzt, wodurch die Puppen sichergetödtet werden. Auch im südlichen Frankreich wendetman sie an, jedoch nicht überall, weil die Sonnenhitzenie eine solche Starke erreicht, als in Italien. Auch beiuns in Deutschland können sie Anwendung finden, wennman die Cocons an heißen Tagen auf den Dächern denSonnenstrahlen aussetzt, überhaupt sie an Orte brächte,wo die Sonnenstrahlen recht aufprallen. Durch die An-wendung der künstlichen trocknen Wärme, welches ent-weder in eigens dazu erbaueten Oefen oder in Backöfengeschieht, welche letztere Art die gewöhnliche ist. InFrankreich steckt man die Cocons in einen Sack, oderfüllt denselben Handhoch an, das heißt, wenn man dieSäcke hinlägt, und die Cocons gleichförmig in densel-ben ausbreitet, sie etwa eine Hand hoch zu liegen kom-men, und steckt ihn dann in einen Backofen, woraus soeben das Brod genommen worden, und der noch 25 GradWärme hält. Der Ofen wird dann'geschloffen, der