184 Seide und Seidenbau.
Sack darin aber öfters gewendet. Nach vier Stundenist die Tödtung geschehen, man erkennt eö daran, wennsich von dem knisternden Geräusche, welches die Puppenin den Cocons machen, sobald die Hitze zu ihnen hindurch-dringt, nichts mehr vernehmen läßt. Die Hitze des Ofensprüfen die Seidenbauer im südlichen Frankreich, welchekeine Thermometer besitzen, mit der bloßen Hand ; wennnämlich dieselbe es eine halbe Minute im Ofen ohneSchmerzgefühl aushalten rann, so ist er zur Aufnahmeder Cocons gut, das heißt, hinlänglich abgekühlt. Ineine zu große Hitze darf man die Cocons nicht bringen,weil dadurch die Seide zu spröde wird, und sich nur inkochend heißem Wasser abhaspeln läßt; auch versengendie Cocons zum öfteren. In Italien und Frankreichwerden die in zu großer Hitze gebrachten Cocons ver-brannte genannt. Man kann die Cocons auch in eineflache, mit Papier ausgelegte Wanne, etwa eine Handhoch, schütten, und die Cocons oben wieder mit Papierbedecken. Auch auf Rahmen kann man sie Handhochschütten und in den Ofen schieben. Die im Ofen getö-teten Raupen, deren Cocons bei dieser Operation starkschwitzen, werden auf Flechten ausgebreitet, und Liesean einen luftigen Ort gestellt, damit sie gehörig ausdün-sten und abtrocknen. Man kann sie auch mit wollenenDecken, mit Säcken rc. zudecken, damit sie schwitzen.Mehrere Seidenbauer schlagen auch»vor die Cocons aufdem äußeren Gewölbe der Back-Oesen zu trocknen, dadie Hitze in denselben wohl über 40 Grad ist. Manbreitet dann ein altes Laken darauf aus, und legt die Co-cons 4 Finger hoch darauf, deckt sie zu, und läßt sie vier,fünf oder sechs Stunden darauf liegen, und verfährtnachher eben fo, wie oben gesagt worden. Die gewöhn-lichen Backöfen der Landleute eignen sich am besten zumTödten der Raupen; denn da sie frei stehen, höher lie-gen, und nicht täglich geheißt werden, so kühlen sie sichauch schueller, nachdem darin gebacken worden, ab, als