Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
Seite
187
JPEG-Download
 

Seide und Seidenbau. 167

hängt einen frischen ein. Die aus den Dämpfen her-ausgenommenen Cocons werden zum Trocknen undAus-dünsten auf Flechten ausgebreitet. Man muß vorsich-tig mit ihnen umgehen, damit sie nicht verletzt oder ver-unreiniget werden. — Das Todten der Puppenvermittelst trockner Dämpfe geschieht auf folgendeWeife. Man läßt in einem verschlossenen Raume denDampf von verbranntem Schwefel oder Kampher aufsie wirken, oder schichtet sie in Kasten auf, und legt zwi-schen jede Schicht mit Terpentinöl getränktes Papier,wodurch man gleichfalls die Puppen tödtet. — In Chinasoll man die Cocons, um die Puppen in denselben zutodten, in große irdene Töpfe schichkweis einlegen, undauf 10 Pfd. Cocons etwa ^ Pfd. Salz zwischen diesel-ben streuen, und dann die Töpfe, wenn sie bis an denRand vollgefüllt sind, luftdicht verschließen. Nach sie-ben Tagen werden die Cocons wieder aus den Töpfenherausgenommen, wo dann die Puppen alle erstickt sind.Die getödteten Cocons werden, nachdem sie wieder ge-hörig getrocknet worden, an einem luftigen und staub-freien Ort aufbewahrt, und wo es an Raum gebricht,um sie gehörig auseinander lSgen zu können, müssen siewenigstens alle acht Tage einmal gewendet werden, biszum Verkauf oder zum Abhaspeln. Man hat inFrankreich in neuerer Zeit den Versuch gemacht, die ab-genommenen Cocons in einem kalten Keller aufzube-wahren, wodurch sich das Ausschlüpfen der Schmetter-linge um einen Monat verzögern soll. Die Coconssollen sich, mit bloß lauem Wasser behandelt, sehr gutabhaspeln lassen und eine sehr schöne Seide liefern.

Die Gewinnung und Aufbewahrung derRaupeneyer. Wie schon auch oben bemerkt wor-den, schlüpfen die Schmetterlinge, die Seidenraupen-spinner, nach zwölf bis vierzehn Tagen, und bei einergeringeren oder minderen Temperatur nach sechzehn bisachtzehn Tagen aus den zur Nachzucht gelassenen Co-