Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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188 Seide und Seidenbau.

cons. Man besuche daher feine Brukeocons nach Ver-lauf des zwölften Tages alle Morgen, um zu sehen, obdas Ausschlüpfen beginnt. Man erkennt solches sehrdeutlich an der einen Spitze des Cocons, wenn dieselbefeucht wird. An dieser feuchten Stelle befindet sich derKopf des ThierchenS. Bald darauf dringt ein Tropfenaus derselben hervor, und geschieht dieses, so windet sichauch in wenigen Minuten der Schmetterling an dieserStelle hervor. Dieses Ausschlüpfen der Seidenspin-ner geschieht aber nicht an einem Tage, sondern mankann auf das Ausschlüpfen wohl sechs bis zehn Tagerechnen. In den beiden ersten Tagen kommen nur ei-nige Wenige, im dritten bis zum sechsten Tage kommenaber die meisten zum Vorschein. Es soll eine besondereEigenheit dieses Geschöpfes seyn, daß es, mit sehr selte-nen Ausnahmen, immer nur des Morgens in den er-sten zwei Stunden nach Ausgang der Sonne auskriecht.Dieses hat daß Angenehme, daß man des Tages nureinige Stunden zur Aufsicht dieses Geschäftes nöthighak. Nachdem der Schmetterling ausgekrochen'ist,geht er dem Begattungstriebe nach. Es soll aber nichtgut seyn, wenn er sich sogleich nach dem Ausschlüpfenpaart, weil er nicht lange nach seinem Ausschlüpfeneine gelbe oder röthliche, auch wohl zuweilen anders ge-färbte,mit erdigen Theilen vermischte Feuchtigkeit aus demAfter von sich giebt; paart er sich nun, bevor dieses ge-schehen ist, so wird durch das Ausspritzen derselben diePaarung gestört und die in der Paarung begriffenenSchmetterlinge nur beschmutzt. Man muß daher dieSchmetterlinge nicht sogleich nach dem Ausschlüpfensich paaren lassen, sondern dieselben wenn sie ausgekro-chen sind, nach den Geschlechtern getrennt, auf Horden,Tische oder Bretter setzen, die mit Löschpapier belegtsind, damit sie sich hier zuvorderst ihrer Last entledigen.Es ist daher sehr gut, gleich die Cocons bei der Aus-wahl, nach den oben angegebenen Geschlechtö-Unter-