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Seide und Seidenbau. 189
scheidungsmerkmalen, von einander zu scheiden und anbesondere Orte zu legen. Soll nun das Paarungsge-schäft beginnen, so nimmt man die Schmetterlinge, so-bald sie ausgeschlüpft sind, von den Coeons, damit siediese nicht beschmutzen, und setzt sie, jedes Geschlecht be-sonders, auf das oben angeführte Löschpapier, läßt siedort erst ihre Reinigung begehen, und schreitet dannnach einer halben Stunde zur Paarung. Man bedientsich hierzu des Schmetterlings- oder Paarungörahmens,Fig. 8639. Hat man nicht einen solchen, so legt mannur einen Papierbogen auf den Tisch, die Hürde oderdas Brett, kneift den Rand auf allen vier Seiten etwaZoll breit in die Höhe, und besetzt denselben gleich-förmig mit 24 bis 30 Weibchen. Hierauf setzt manzu jedem Weibchen ein Männchen, weiches sogleich dasWeibchen schnurrend umkreiset, und in wenigen Au-genblicken mit demselben vereint seyn wird. Ist einBogen auf diese Weise besetzt, so nimmt man einenfrischen vor, und so fort, bis alle Weibchen mit Männ-chen versehen sind. Die noch übrig bleibenden Schmet-terlinge setzt man jin die Schmetterlingsschachtel oderin sonst ein trocknes Behältniß, welches verschlossenwerden kann, und worin sich Luftlöcher befinden. Dievollständige Paarung erkennt Man durch einen besonde-ren, fast tacktmäßigen, mit einem abgesetzten Schnur-ren begleiteten Flügelschlag des Männchens. Solltennoch Männchen umher irren und ihre Weibchen nichtfinden können, so muß man sie zu denselben setzen; auchwenn sich ein oder das andere Paar freiwillig trennt,so muß man sie Widder an einander bringen. Die Vor-schrift, das Paarungsgeschäft, so wie das Eyerlegen ineinem dunklen Zimmer vor sich gehen zu lassen, weildie Schmetterlinge zu den Nachtfaltern gehören, sollnach der Erfahrung mehrerer Seidenbauer durchausnicht nöthig seyn, weil die Schmetterlinge nie beiNacht, sondern immer nur am Tage auskriechen, und also