190 Seide und Seidenbau.
auch da« Paarungsgeschäft am Tage verrichten; indes,sen rathen doch erfahrene Seidenbauer, wie Herr vonTürk rc., das Zimmer so dunkel zu erhalten, daß mandie Gegenstände nur noch kaum unterscheiden kann.Der ganze Befruchtungsakt des Weibchens dauert vierbis sechs Stunden', nach diesem Zeitraume, ungefährum zwei oder drei Uhr Nachmittags, nimmt man dieeinzelnen Paare von dem Rahmen oder Papierbogen indie Höhe und trennt sie vorsichtig. Wenn man zuwenig Männchen hat, so läßt man sie nur fünf Stun-den vereiniget, trennt sie dann, verwahrt die Männchenin der Schachtel, und bedient sich ihrer zum zweitenMale für die überzähligen Weibchen. Die befruchtetenWeibchen seht man an der Legestaffel, Fig. 8637, vonobend anfangend in geraden Reihen neben einander, sodaß immer ein guter Zoll Zwischenraum zwischen zweiund zwei Schmetterlingen bleibt. Die Lagestaffel mußauf der Seite, von welcher man die Weibchen ansetzt,ziemlich senkrecht gestellt werden, damit die aufgespannteLeinwand nicht so leicht von der Feuchtigkeit, weichedie Weibchen ausspritzen, besudelt werde. Nach einigenStunden fangen die Weibchen an zu legen, und setzenihre Eyer, die sie durch eine Art thierischen Leim aufdieLeinwand und an einander hängen, in Fladen um sichherunr an. Die Eyer, welche sie in den ersten sechs unddreißig Stunden legen, sind die besten, welches man darangewahrt, daß sie vollkommen sind, und wegen Vergröße-ren Menge von thierischem Leimen, welcher die Eyerim Anfange des Legenö begleitet, in Klümpchen zusam-menhängen ; dagegen zeigen sich die später gelegten we-niger vollkommen und vereinzelt; sie betragen nur ^der früher gelegten. Die Französischen Seidenspinner-Eyerhändler nennen die ersteren Krumeneyer, äelsArsiuo Arumoloe, und die letzteren Körnereyer, äe!a Zrrüne ^Arkiiee. Um diese Eyer getrennt zu erhalten,thut man wohl, die Schmetterlinge nach 36 Stunden