Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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193 Seide und Seidenbau.

gleich dünn ist, so daß erst sechs weiße Cocons einenFaden von derselben Starke liefern, wie man ihn vonfünf farbigen erhält. Ob man daher gleich in Frankreichschon vor 50 Jahren eine Rasse Seidenraupen aus Chinakommen ließ, die eine ganz vorzüglich schöne weiße Seideliefert, hat sich ihre Zucht doch zur Zeit noch sehr we-nig verbreitet."

6) Dreihäuter oder Seidenraupen, welche sich nurdrei Mal häuten vor dem Einspinnen, statt, daß die ge-wöhnlichen Seidenraupen einer viermaligen Häutungunterworfen sind. Die Eyer, aus welchen sie hervor-kommen, wiegen um ^ weniger, als die der gewöhn-lichen; die Würmer und ihre Cocons wiegen ^-weniger,als jene. Man nennt sie bei unsVerläufer und ihreErscheinung gilt für ein Vorzeichen des guten Gedeihender Seidenzuchk. Diese Dreihäuter, zeigen sich auchin Deutschland als frühreife Einzelwesen, wie sie un-ter allen Thierarten von der Natur erzeugt werden,welches auch daraus hervorgeht, daß die von ihnen er-ziehlte Nachzucht wieder auf die vier Mal sich häutendeRacen zurückschlägt. In Italien giebt es eine beson-dere Spielart, welche niemals mehr als drei Häutungenbesteht, und von den Italienern trioiti genannt wird;sie ist von Malpighi ausführlich beschrieben worden.Man hat auch in Frankreich versucht diese Spielarteinzuführen, da aber die ersten Versuche nicht besondersVortheilhast ausfielen, gab man die Sache wieder auf.Bonafons*) beschreibt diese Raupen wie folgt:

„Die Dreihäuter häuten sich vor dem Einspinnen nurdrei Mal. Ihre Eyer wiegen nur ^ weniger, als dicder gewöhnlichen Seidenraupen, und die Raupen undihre Cocons sind nur --- kleiner, als die gewöhnlichenRaupen und ihre Cocons. Diese Raupenart verzehrtzur Erzielung eines Pfundes Cocons fast eben so viel

°) Oe I'elluostion äe« vor« s soie ete. 2. Hält. fiksris, 1824.