Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 199

Laub, als die gewöhnlichen Seidenraupen. Im erstenund zweiten Alter fressen diese Raupen fast eben so viel,als die vierhäutigen in denselben Lebensaltern; daraufverzehren sie aber im dritten und vierten Alter beinaheeben so viel, als die gewöhnlichen Seidenraupen in ihrennoch übrigen drei Lebensperioden, und dieses mit mehr vGefräßigkeit, als die letztem, auch die Rippen der Blät-ter. Man muß das Lager dieser Raupen am fünftenTage des dritten Alters reinigen, weil dieses ein weniglänger ist, als das dritte Alrer der gewöhnlichen Raupen.Ihre Cocons liefern eine feinere und schönere Seide,als die der andern Raupen, sie sind besser gesponnen,und der Seidenspinner erhält vonihnen verhältnißmäßigeine größere Menge Seide; dessen ungeachtet werdendiese Cocons weniger gesucht, als die der vierhäutigenRaupen. Ihre Erziehung bedarf etwa einen Tag weni-ger Zeit, als die der gewöhnlichen Seidenraupen. Mankann daher die Maulbeerbäume frühzeitiger ablauben,und erspart dabei Zeit- und Kostenaufwand, und da daSThier einen kürzeren Lebentzlauf hat, so ist eS auch we-niger Gefahren ausgesetzt."

Von den Krankheiten der Seidenraupen.Im freien Naturzustände scheinen die Raupen wenigernKrankheiten ausgesetzt zu seyn, als bei der Erziehung imZimmer, wodurch sie mehr verweichlichet werden. Inder freien Natur kann nur eine anhaltend feuchte Witte-rung auf ihr Daseyn Einfluß haben, sonst bleiben sievon allen übrigen Zufällen durch die Atmosphäre, dieNahrungsmittel rc. verschont, weil sie nach ihrem In-stinkte leben, oder demselben frei folgen können. Diesesist aber nicht bei ihrer Erziehung im Hause der Fall, woman sie als Hauöthiere behandelt, und wo oft ihre Er-ziehung und Pflege höchst verkehrt uud fehlerhaft ist,und man nicht die gehörige Sorgfalt darauf verwendet,den Raupen anch im Zimmer die Vorzüge der frischenLuft und einer milden Temperatur angedeihen zu lassen,