Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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206 Seide und Seidenbau.

sind, wo sie herrscht, in andere fortgepflanzt werden kön-nen, ist durch neue Erfahrungen ungegrundet befundenworden. Im südlichen Frankreich hat man diese Krank-heit nicht für außerordentlich ansteckend gehalten, ist aberjetzt auch davon zurückgekommen, und findet die An-steckung nur, wie auch schon oben angeführt worden,wenn gesunde Seidenraupen mit kranken in Berührungkommen. Ein specifisches Heilmittel gegen diese Krank-heit giebt es bis jetzt noch nicht, obgleich man sich inFrankreich alle Mühe gegeben hat, ein solches zu ent-decken, um den Verherungen, die diese Krankheit unterden Seidenraupen anrichtet, Einhalt zu thun; dennwas man in einem Jahre als zweckdienlich dagegenanpries, bestätigte sich in dem zunächst folgenden schonals unwirksam. Die bis jetzt mit einigem Erfolge derKrankheit Einhalt zu thun, angewandten Mittel sindgewesen: frische Luft, und Abkühlung aus Schwänge-rung der Luft mit reinen Wasserkünsten, durch Be-sprengung des Bodens im Raupenzimmer mit frischemBrunnenwasser, wenn die Luft zu heiß und trocken ist,so wie recht zeitiges und sorgfältiges Reinigen des La-gers. Mit dem schnellen Fortschaffen der mit dieserKrankheit befallenen Raupen, indem man sie auf dassorgfältigste unter den noch gesunden auslieset, kannmanauch noch die Reinigung der Gesäße und Werkzeuge,so wie der Raupenlager rc. verbinden, damit man beimWeiterbeginnen des Seidenbaues im folgenden Jahrevon dieser Krankheit nichts mehr zu befürchten hat.

Die Schlafs» cht. Von dieser Krankheit werdendie Raupen fast in jeder Lebensperiode befallen; sie zei-gen bei derselben weder ein Abnehmen der Körpers, nocheine Veränderung der Farbe, nur verlassen sie das Fut-ter und laufen ängstlich umher; am After hängt ihnentrockne zähe Losung und ihr Körper ist ganz schlaff undweich. Nach dem Tode werden sie bald ganz schwarzund gehen in Fäulniß über. Man glaubt, daß diese