210 Seide und Seidenbau.
kann, so darf man nur eine mit Syrub oder Hznig be-stochene Stange an das Fenster stellen, oder solche viel-mehr auf dem Fensterbrette befestigen, so werden sie beiihrem Triebe zu naschen sich daran setzen, und klebenbleiben; oder man setze ein Paar Bierglaser, mit etwasWeißbier, zu beiden Seiten des Fensters, bedecke es miteinem Papiertrichter in der Form eines Papierschiffes,so daß der obere Theil des Trichters das ganze Glas be-deckt, und uncen mache man eine kleine Oeffnung in denTrichter im Glase, so werden die Fliegen, vondemGeruchedes Bieres angelockt, hindurchkriechen und in dem Biereertrinken. — Die Wespen sind schon gefährlichereFeinde der Raupen, zum Glücke kommen sie aber nichtin so großer Anzahl in die Zimmer, sondern nur einzelndurch die geöffneten Fenster. Sie fassen die Raupen,wenn sie noch nicht ausgewachsen sind, mit ihren Freß-zangen undVorderfüßen an, und fliegen mit ihrer Beutewieder zum Fenster hinaus. Der Schaden, den sie demSeidenbau dadurch zufügen, ist daher nicht sehr groß.Man hat die Bemerkung gemacht, daß eine einzigeWespe in einem halben Tage bisweilen ein paar DutzendRaupchen fortgetragen hat; und wissen sie einmal denWeg, so stellen sie sich am folgenden Tage wieder ein,und machen eö eben so. Wenn man daher eine Wespeoder eine Hornisse im Raupenzimmer gewahrt, so mußman sie zu erhäschen suchen, welches man am besten durchdas Herabschlagen derselben im Fliegen mit einem Tuchethut; man todte sie dann. Auch bei diesen Insektenfällt ihr starker Anzug nicht in die Raupenzeit, sondernerst in Spätsommer, wenn die Gärten reich mit Baum-Früchten, Obst rc. gesegnet sind. — Die Schlupf-wespen, besonders eine Art dersi lben, dieGold wespe(Llir/sis die ungefähr^ Zoll lang ist, einen gold-
glänzenden rothen Bauch und eine grüne Brust hat,todten manche Raupen. Sie stechen dieselben mit ihremLegestachel an, und legen ein oder mehrere Eyer unter