212 Seide und Seidenbau.
muß man bei dem Reinigen genau die Fensterrahmen,Fensterbrüstungen, die Winkel und sonstige Höhlen derZimmer, die ganze Wand hinter dem Ofen und hinteranderen Gegenständen nachsehen, und mit einem Hand-feger alles reinigen, damit auch die hin und wieder an derDecke und in den Winkeln der Zimmer gelegten Eyerzerstört werden; denn nur dadurch gelangt man dahin,dieseInsekten für die erste Zeit zu vertilgen.— Die Amei-sen sind die gefährlichsten Feinde der Seidenraupen;denn sind die Seidenraupen noch klein, so schleppen siedieselben mit sich fort in ihre Löcher, und sind die Ran-pen größer, so beißen sie dieselben an, und saugen ihnenden Saft aus; nicht genug, daß sie diese Verheerungenauf dem Lager anrichten, sie verfolgen die Raupen auchbis in die Spinnhütten, und verursachen öfters durchihr Zwicken und Beißen, daß die Letzter« sich aus demschon angefangenen und halb vollendeten Cocons wiederhervorbegeben, ängstlich davon kriechen, und den Coconunvollendet lassen. Der Biß der Ameisen verursacht denRaupen sogleich den Tod. Es ist daher sehr nöthig aufdiese Thierchen im Raupenzimmer zu achten; denn siekönnen in wenigen Stunden hundert von Raupen tod-ten. Wenn diese Insekten zum Tödken und Raubenausziehen wollen, schicken sie erst einige Ameisen zumKundschaften aus, diesen folgen dann bald mehrere, undnach kurzer Zeit rückt das ganze Heer heran. Ob siegleich bei Tage rauben, so wählen sie doch gern die Nachtzu ihren Ueberfällen. Nach Haumann kann man sicham besten vor diesen Insekten schützen, wenn man eineoder einzelne Ameisen im Raupenzimmer gewahr wird,daß man sie nicht tödtet, sondern sie durch gelindesKlopfen auf den Boden oder an den Gegenstand, anwelchem sie sich eben befinden, in Schrecken setzt, störtsie auch wohl mit einer Feder, einem Hölzchen, Garberc.auf. Sie werden hierauf die Flucht ergreifen, und sichnach dem Orte zurückziehen, wo sie den Eingang in's