Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

Stumpf ausgezehrt habe. — Unter den Amphibien,welche den Seidenraupen nachstellen, sind vorzüglich dieEidechsen und Kröten zu nennen. Diese Thierchen sindden Raupen in den Seidenraupercyen in den Gebäu-den, das heißt, in den Gemachern, nicht gefährlich,wohl aber da, wo man die Raupen in Schoppen,Scheuern, rc. überhaupt an Orten unterbringen muß,die zur ebenen Erde liegen und nicht gedielt sind. Manhält diese Thierchen dadurch ab, wenn man die Löcher,aus welchen sie hervorkommen, aufsucht und gehörigverstopft.

Den Donner und Blitz unter die Feinde der Sei-denraupen zu zählen, wie einige Seidenbauer gethanhaben, ist nur ein reiner Aberglaube; denn diese Natur-erscheinungen haben gar keinen Einfluß auf das Rau-penleben, und besonders im Zimmer; wohl aber ist zu-letzt der Mensch, wie Herr von Türk sehr richtig be-merkt, sehr oft der gefährlichste Feind des SeidenwurmSoder der Seidenraupe; denn er bringt sehr oft den Sei-denraupen aus Unachtsamkeit verderbliche Stoffe undGerüche nahe. So z. B. wenn ein Seidenbauer Ta-bak schnupft, und es fällt nur ein Staubchen, nach demeben angeführten Schriftsteller, auf das Lager der Sei-denraupen, so zeigen die Raupen gleich in der Nähe die-ses Tabaks eine große Unruhe und Aengstlichkeit, siebekommen nach einigen Minuten schon Zuckungen undsterben. Kurz vorher tritt ihnen eine kleine Kugel ei-ner wäßrigen Feuchtigkeit aus dem Munde; wird einegesunde Raupe von dieser Feuchtigkeit berührt, so stirbtauch diese. Auf eine ähnliche Unvorsichtigkeit hat imJahre 1826 ein Seidenbauer in der Gegend bei Pots-dam seine ganze Seidenerndte verloren, nämlich durchTabaksdampf. Er trieb den Seidenbau in seiner Wohn-stube; einige Bekannte besuchten ihn, und singen anTabak zu rauchen, und da er ihnen dieses nicht gern un-tersagen wollte, so mußte er zu seinem Verdruß sehen,