218 Seide und Seidenbau.
daß am folgenden Tage schon die meisten Seidenraupengestorben waren; der Tabaksrauch hatte sie getödtet.Außer dieser Unvorsichtigkeit haben die Seidenbauerauchoft die größte Schuld au dem Nichrgelingen des Sei-denbaues durch eine schlechte Pflege und Wartung, wo-durch sich die,verschiedenen Krankheiten erzeugen, die obenangeführt worden. — Auch die Cocons finden ihre Feinde,wen« sie zu lange, besonders in gesperrten Räumen,aufo.'halten werden, an einer Art Motten, die sie auf allenSeiten durchlöchern, und die Cocons dadurch nur zurFloretseide tauglich machen, sie wohl auch ganz zu Grunderichcen. — Daß übrigens das Betreiben des Seiden-baues nachtheilig auf die Gesundheit derjenigen wirke,die sich damit beschäftigen, ist in neuester Zeit ganz un-begründet gefunden worden. Nach Hrn. von Türk le-ben in der Mark noch mehrere Familien, die schon denSeidenbau seit vielen Jahren treiben, und das höchste ,Alter, wie andere Menschen, erreichen. Dergleichen Bei-spiele, sagt Herr von Hazzi, könnte man auch ausBayern von dem frühern Betriebe der Seidenzucht an-führen; und in Frankreich undJtalien würde man übereine solche Einwendung lachen.
Von der Behandlung der Cocons, derenGewicht zur Seide, und dem HaspelnderSeide rc. Daß die Cocons, sobald sie aus denSpinnhütten genommen werden, sorrirt werden müssen,ist schon oben, S. 179 angeführt worden. Auf dasSortiren der Cocons kommt sehr viel an, um eine Seidebeim Haspeln von gleicher Beschaffenheit zu erhalten.Herr von Türk sagt: daß man dadurch die Geschwin-digkeit im Haspeln, besonders der zwei feinen Gat-tungen reiner Seide befördert, die nöthige Reinlichkeitder Seidenfäden erzielt, und das öftere Reiße» der Fä-den während des Haspelns verhindert. Nach den Grund-sätzen der Seidenfabrikation sollen die Cocons in vierAbtheilungen ausgeschieden werden, wobei die Eigen-