220 Seide und Seidenbau.
obgleich nicht feine Gattung, verwendet. Soll dasSortirungSgeschäkt auf eine vernünftige Weise verrich-tet werden, so darf die Auswahl niemals aus vollenKörben oder ganzen Haufen geschehen, sondern mannehme davon 10 bis 15 Stück, lege sie vor sich auf denTisch, und bestimme dann aus dieser kleinen Anzahl, zuwelcher der vier Gattungen die Cocons gehören, undhebe oder bewahre jede Gattung besonders auf.Wenn die Hasplerinnen sich mit diesem Geschäfte befas-sen sollen, so wird ihnen, vor dem Anfange des Spinn- >Geschäftes, eine hinlängliche Menge von Cocons auf "zehn Spinntage im Voraus zum Sortiren gegeben. >Späterhin kann das Sortiren alle Sonn- und Feier- jtags Nachmittags, und bei regnerischer Witterung ge-schehen, in welchem letzteren Falle das Abhaspeln ohne-hin ausgesetzt werden muß. An den erst genanntenTagen soll man ihnen Geschenke, an den andern Tagendas gewöhnliche Tagelohn reichen.
Ueber das Verhältniß des Gewichtes der Cocons zudem der Seide, hat Herr von Türk auf seinen Reifenin Italien rc., so wie in seinem Vaterlande Preußen,in der Mark Brandenburg die Erfahrungen gesammelt,auch selbst dieserhalb in seinem Wohnorte, Potsdam,Versuche angestellt. Nach ihm werden die Cocons amseidenreichsten, je besser die Maulbeerblätter sind, mitdenen man die Seidenraupen füttert, und je sorgfältigerdiese gepflegt werden. Das Verhältniß des Gewichts derCocons zu der daraus zu gewinnenden Seide ist sehr ver-schieden, je nach der Gegend, wo der Seidenbau betriebenwird, und der davon abhängigen Beschaffenheit der Blät-ter. Jn Bufalora bei Mayland wogen 705 im Ofen ge-backene Cocons 1 Pfd. zu 32 Loth. Jn Mayland rechnetman 12^ Pfd. Cocons auf 1 Pfd. Seide, und eS wechseltzwischen 11^ und 14 Pfd. In Frankreich rechnet man10 Pfd. frische lebendige Cocons auf 1 Pfd. Seide,und 235 bis 250 Cocons auf 1 Pfd.; folglich 2350