Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

Waarenfabrikation aus dem Auslande kommen zu las-sen. Selbst noch in den neueren Zeiten beging manhier und da in der Mark Brandenburg beim Haspelnder Seide aus Unkunbe und Nachläßigkeit, oder ausMangel an einem dazu geeigneten Locaie große Verse-hen, so daß die Seide entweder ganz verdorben, oderdoch sehr ungleich gehaspelt wurde, und also gar keinenAbgang fand, und fand sie diesen, so wurde sie dochsehr schlecht bezahlt. Jndxr Provinz Brandenburgnehmen die Seidenbauer zn einem Seidenfaden nichtweniger als 4 und nicht mehr als 12 Cocons, je nach-dem sie es ihrem Vortheile angemessener finden, dieSeide fein oder weniger fein darzustellen. Das Letz-tere wird von Manchen vorgezogen, weil es wenigerHaspeilohn kostet, und schneller geht. — Was das Lo-kal zum Haspeln der Seide betrifft, so muß solches ge-räumig, luftig und hell seyn. Das erstere darum, da-mit der unangenehme Geruch der Cocons, den sie, in-dem sie in dem heißen Wasser aufgeweicht werden, vonsich geben, den beim Haspeln beschäftigten Personennicht beschwerlich falle, und eben so wenig die Hitze derOefen, durch welche das Wasser zum Haspeln in der ge-hörigen Wärme erhalten wird. Das zweite, damit die, so eben gehaspelte, noch nasse Seide schnell trockne, unddas Zusammenkleben der einzelnen Fäden in den Sträh-nen verhindert werde; auch giebt die frische Luft derSeide mehr Glanz. Das dritte, damit die Hasplerin-nen auch beim trüben Wetter die feinen seidenen Fäden,die sie abhaspeln sollen, erkennen können; auch> wirktdas Licht vorrheilhaft auf die Seide. In Piemont undder Lombardey hat man dazu große Säle auf ebenerErde von 200 bis 300 Fuß Längs, in welchen Herrvon Türk 240 bis 300 Personen zugleich mit Haspelnbeschäftiget gesehen. Das beim Haspeln gebrauchteWasser lief durch Rinnen in du-! mrt Steinplatten be-legten Fußboden wieder ab. Auf eine gleiche Weise