Seide und Seidenbau. 2S5
einem Schürherde, ganz so wie unsere Waschofen, ein-mauern. Die Höhe desselben vorn Boden beträgt 22;,die Länge 29^-, und die Breite 24 Zoll. Die Höhedes Rostes, auf welchen die Kohlen gelegt werden, hatvom Boden 12^ Zoll. Die, Breite der Aschenthüream Boden des Ofens, durch welche auch das Feuer dienöthige Luft erhält, ist 9^ Zoll; die Breite des Thür«chens, durch welche die Kohlen eingeschüttet werden, ist7^ Zoll. Die Länge des kupfernen Beckens, welcheseine eyförmige Gestalt hat, und das heiße Wasser zumAbwinden der Cocons enthält und in dem Ofen einge«mauert ist, enthält 20^ Zoll. Die Breite ist 16^ unddie Tiefe 3^ Zoll. Die Breite des Randes dieses Bek«kens ist Zoll. Am Ende dieses Ofens ist ein gro«ßer Haspel angebracht, der mit der Hand und mittelsteines Fußbrettes gedrehet wird, und zwei oder drei ingehöriger Entfernung gestellte eiserne Strügelchen mitAugen hat, durch welche die Seidenfaden auf den Ha-spel laufen. Der erwähnte Kessel wird nun mit Was«ser gefüllt, und mit einer Feuerung von Holzkohlen be-ständig siedend erhalten. Man kann zur Feuerung auchein anderes Material wählen, nur sind die Holzkohlendarum vorzuziehen, weil sie wenig Rauch geben. Eswerden nur 20 bis 30 Cocons auf einmal in das sie-dende Wasser gethan, und mit einer kleinen Ruthe, ausZweigen von Heidekraut oder Birkenreis umgerührt.Die äußersten Spißen der Ruthen müssen aber sehrfein seyn, weil sich sonst die Seide nicht fein von denCocons abheben läßt, sondern grob und kiümprig wird,und daher nicht gehörig auf den Haspel aufgewundenwerden kann. Das heiße Wasser löset den Gummioder Kleber, womit die rohe Seide durchdrungen ist,auf, wobei man die Cocons mit der Ruthe immer indem Wasser umhertreibeu muß. Die Enden der Sei-denfaden hängen sich nun an der Ruthe an, und sobalddie Person, die sich mit den Cocons beschäftiget, solches<ve,. tech. Enc. Theil OLII. P