Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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226 Seide und Seidenbau.

bemerkt, ergreift sie die sich angehängten Fäden mit derHand, legt die Ruthe weg, und zieht die Seidenfädenan sich, die leicht von den Cocons ablaufen. Mit die-ser Arbeit fährt sie nun so lange fort, bis alle Flockseide,oder das äußere Gewebe der Cocons abgewunden ist.Bemerkt sie dann, daß sie auf die feine Seide kommt,so bricht sie ab, und sondert die grobe Seide, welche siebei Seite legt, von der feinen. Dann setzt sie ihreRuthe wieder in Thätigkeit, bis sie die Enden der fei-nen Seide gefaßt hat, die sie alle, jeden Faden einzeln,bei Seite legt, und auf einem Stückchen Holz befesti-get, das zu dieser Absicht sich in der Nähe des Ofensbefindet, bis sie dann mit allen, oder wenigstens mitdem größten Theile derselben, fertig ist, um sie einzulas-sen, und den Seidenfaden zu bilden, der aufgewundenwerden soll. Sobald dieses geschehen, nimmt die Per-son so viele Fäden zusammen-, als sie nöthig findet, umdie Seide nach ihrem Urtheile grob oder fein zu ma-chen. Diese Fäden verbindet sie untereinander, undnachdem sie solche durch ein Auge an einen der beide»eisernen Stängelchen, welches zu ihrer Leitung nach demHaspel bestimmt ist, durchgezogen hat, befestiget sie die-selbe auf dem Haspel, worauf dann eine andere Person,die den Haspel zu besorgen hak, denselben mit der Handzu drehen anfängt, und durch das Treten des Fußbret-tes oder Tretschemels in Bewegung erhält. Auf dieseWeise wird die Seide von den Cocons mit großerSchnelligkeit abgewunden. Sobald ein oder der andereCocon ausgeht oder seine Seide hergegeben hat, so wirder durch einen andern ersetzt, wobei die Person am Kes-sel Sorge trägt, daß während auf diese Weise die einenCocons aufgewunden, die andern wieder zubereitet wer-den, so daß immer Vorrath vorhanden ist, und die Seidevon allen Cocons, die sie in Umlauf setzte, gehörig ab-gewunden wird. Da die Person beinahe jeden Augen-blick ihre Finger in siedend heißem Wasser haben muß,