2S8 Seide und Seidenbau.
den gehörigen Wärmegrad des Wassers finden und un.terhalten können. Wenn Sand zwischen den Coconsim Becken ist, so wird er durch die Hitze des Wassersempor getrieben, und er legt sich an die Cocons an, wel-ches man daran erkennt, daß der Faden abbricht, alswenn er mit einem Messer abgeschnitten wäre. Manmuß also bei der Reinigung des Beckens sich vor allemSande hüten, und daher geschieht es auch, daß mandas Wasser zweimal des Tages, auch wohl noch öfterswechselt. Gewahrt man, daß Sand in dem Wasserist, und man hat nicht Zeit, das Wasser zu wechseln,andern es lange dauert, bis das Wasser-wieder ins Sie-den gebracht wird, so bedeckt man die Ruthe gleich mitder zuerst abgenommenen rauhen Seide, taucht sie bisauf den Boden des Beckens, und zieht sie sachte aufdemselben hin, wo dann der Sand an dieser rauhenSeide hängen bleibt. Man führt nun die Ruthe aneiner Seite des Beckens hinauf, und bringt so denSand aus demselben. Diese kleine Arbeit muß öfterswiederholt werden. Das Feuer unter dem Kessel mußman so unterhalten, daß das Wasser immer denselbenGrad von Hitze behält; das kalte Wasser, das man vonZeit zu Zeit nachgießen muß, darf daher nur in den ge-ringsten Mengen und allmählig nachgegossen werden,um keinen Wechsel in der Temperatur zu erzeugen.Gießt man zu viel kaltes Wasser auf einmal nach, sokühlt man dadurch die nöthige Temperatur zu sehr ab,und die Seide verliert auf den Cocons im Becken ihreFarbe und wird ganz blaß. Eine solche blasse Seidesoll sich in der Folge in keiner Farbe gehörig färbenlassen oder Farbe annehmen. Und daher viel von ihremWerthe verlieren. Die AtlaS-CoconS, sogenannt,weil sie wie Atlas glänzen, verlangen Nur ein mittelmä-ßiges warmes Wasser im Becken; der Wärmegrad, derfür feine Cocons nöthig ist, würde sie gänzlich verderben,indem die Seide zu dick abliefe und wergartig würde.