230 Seide und Seidenbau.
sie sich einzeln abwinden sollten, so, daß sie in der Folgenicht mehr abgewunden werden können, wodurch vieleSeide verloren geht. Man sorge ferner dafür, daß anjedem Ende des Beckens eine gleiche Anzahl von Coconszu liegen komme, damit die Seidenfäden gleich dick wer.den; denn wenn an einer Seite weniger Cocons liegen,als an der andern, so wird nicht bloß der Faden aufdieser Seite dünner, sondern er reißt auch sehr leicht;daher muß man die Cocons einzeln und nie mehr alszwei auf einmal eintragen; denn trüge man z. B. vieroder fünf auf einmal ein, so wird eö auf dieser Seite zuschwer, und der Faden bricht, weil das Gleichgewichtverloren ist. Verbindet man die feinen Fäden mit den-jenigen, die sy eben abgewunden worden, so dürfen sienicht über einen Zoll über die Finger hervorstehen; dennwenn sie länger sind, so verbinden sie sich nicht gehörig,sondern hängen herab, kleben an einander, und machen,daß der Faden reißt, indem er zu dick wird, und dahernicht leicht durch den eisernen oder gläsernen Leiter durch-laufen kann. Während des AbwindenS muß der Fadenimmer naß seyn, damit er um so leichter auf den Haspelläuft. Daher muß die Person, die dieses Geschäft be-sorgt, den Faden immer mit dem Wasser aus dem Bes-ten netzen, so auch, wenn das Rad einige Zeit über stillestand, muß der ganze Faden zwischen dem Becken undden beiden eisernen Leitern genetzt werden, damit er umso leichter laufe. Auch die Schnur und das kleine hol-zerne Rad, welches den hölzernen Regulator in Bewe-gung setzt, muß man von Zeit zu Zeit mit Wasser naßmachen, damit sie sich leichter bewegen; denn wird dieSchnur trocken, so dreht sie den Regulator nicht gehö-rig, und die Seide wird ungleich auf den Haspel aufge-tragen, so -aß die Fäden auf demselben an einander kle-ben, indem sie aufeinander zu liegen kommen, ehe nochdie früher aufgewundenen Fäden Zeit hatten, trocken zuwerden; denn der hölzerne Regulator ist so berechnet,