Seide und Seidenbau. 231
daß er die Fäden auf den Haspel nur so auflegt, daß sieeinander schief und in so wenigen Punkten, als möglich,berühren, damit die Fäden Zeit haben abzutrocknen, ehesie mit den folgenden in Berührung kommen. Wenndie Fäden aneinander kleben, weil sie zu früh mit einan-der in Berührung gebracht wurden, so ist die ganzeSeide verdorben. Wenn man die Seidenfäden um diebeiden kleinen Drahtsiücke, die sie auf den Haspel leiten,anlegt, so muß man an dem rechten Drahtstücke denFaden rechts, an dem linken aber links umwinden, rechtsund links ist hier nach der Hand der Arbeiterin genom-men. Je schneller das Rad läuft, desto bester windetdie Seide sich ab, und desto besser verbinden sich die En-den der Fäden mit einander. Die große Schnelligkeit,mit der der Faden aufgewunden wird, veranlaßt keinReißen deö Fadens, wie man wohl zu glauben geneigtseyn könnte, im Gegentheil, je schneller es geht, um sobesser wird der Faden, wie die Erfahrung lehrt, ge-wunden.
Wenn die Cocons, die man in das Becken thut, bei-nahe fertig sind, muß man das Rad stille stehen lassen,die Cocons zu jeder Seite mit einem Seihelöffel heraus-nehmen und sie auf einen Teller in der Nähe des Ofenslegen, welches geschieht, damit sie sich erstens nicht mitden neuen Cocons vermengen, die zum Abwinden nach-geschüttet werden, und zweitens würde die Seide, wennman die alten Cocons im Wasser ließe, bis die neuengehörig zubereitet wären, nicht schnell und gehörig abge-wunden werden können. Sobald die Seide gänzlichvon den Cocons abgewunden worden, wird die übrigeHülle mit dem Insekte weggeworfen, damit das Wasserdadurch nicht verunreiniget werde. Nachdem die gehö-rige Menge Seide aufdem Haspel aufgewunden worden,die man für hinlänglich erachtet, z. B. die Seide von3 Pfd. Cocons, so wird die Seide von allen losen Fa-den mittelst der Finger gereiniget. Man nimmt hier-