Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

des AbwindenS der Seide hat so viele Feinheiten, alsdie Seide selbst, und eine Virtuosin in dieser Kunst er-höhet den Werth der Seide öfters um 20 Procent." —Peter Nouailles sagt, bei Gelegenheit über dasAbwinden der Seide zu Novi in Italien: nicht bloß dasZiehen der Seidenraupen, welches ein Kinderspiel ge-nannt werden kann, sobald für Futter, Aufenthalt undWärme gesorgt ist, sondern das Abwinden der Seidevon den Cocons ist die Hauptsache. Derselbe sah zuNovi eine erfahrne Seidenhasplerin, mit Beihülfe einesMädchens, welches den Haspel drehete, und das Feuerunter dem Kessel unterhielt, in einem Tage 1 Pfd.Seide von der feinsten Qualität von den Fäden ausvier bis fünf Cocons abwinden. Sie darf nicht mehrals zwei Strähnen zugleich auf dem Haspel haben, da-mit sie mehr Aufmerksamkeit darauf verwende. Mitdiesen wird sie nun bis Mittag fertig. Die Seide wirddann im Schatten auf dem Haspel getrocknet. Nach-mittags windet sie auf einen andern Haspel wieder zweiSträhnen ab, die auf dieselbe Weise getrocknet, und amMorgen von dem Haspel abgenommen werden. DasTagewerk einer jeden Hasplerin wird in einen Bündelzusammengerollt, und der Name der Hasplerin auf ei-nem Blättchen Papier auf denselben geheftet, um jedenBetrug oder jeden Fehler um so leichter entdecken zukönnen. Wenn Seide von geringerer Güte aus denFäden mehrerer Cocons abgewunden werden soll, sokann sie vier, sechs und mehrere Strähnen zugleich aufdem Haspel haben, und die Haspel könne dann viel grö-ßer seyn. Sie kann dann aber auch nicht jeder einzel-nen Strähne dieselbe Aufmerksamkeit schenken, als beiden oben angeführten zwei Strähnen, und so entstehteine grobe, unreine, ungleiche, gewöhnliche Seide, wo-von sie 6 bis 8Pfo. und wohl noch mehr in einem Tageabwindet. In einer großen Filanda bei Mailand, wonach Herrn von Türk 120 Haspel zugleich in Bewe-