Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

daß die vier, fünf oder mehreren Fäden der einzelnen Co-cons, welche beim Haspeln zu einem einzigen Faden zu.sammengedrehet werden, sich nicht gehörig vereinigen,weil das Bindungsmittel, das Gummi fehlt; die einzel.nen Fäden, welche diesen einen bilden, trennen sich da-her leicht wieder. Ich sah selbst, sagt Herr v. Türk,daß ein, auf die gewöhnliche Weise, das heißt, aus hei-ßem Wasser gehaspelter Faden, indem man ihn zerriß,sich in vier einzelne Fäden spaltete, während daß der auskaltem Wasser gehaspelte Faden, nachdem Zerreißenganz und ungetrennt blieb. Auch soll die Verrichtung,vermöge welcher alle Haspel durch eine und dieselbe Kraftund mit einer und derselben Geschwindigkeit, nämlichbei 160 Umdrehungen in einer Minute, in Bewegunggesetzt werden, für die gute Beschaffenheit der Seideebenfalls sehr wichtig seyn; denn wenn jeder einzelneHaspel durch eine eigene Person gedrehet wird, so wirdnie eine vollkommene Uebereinstimmung in der Geschwin-digkeit sämmtlicher Haspel Statt finden; das Gespinnstwird also nie so gleichförmig werden, als bei dem ange-gebenen Verfahren. Wie schon oben unter 4) bemerktworden, kann jede Hasplerin ihren Haspel durch Hülfeeines Fußbreites augenblicklich stille stehen machen,wenn derselben etwa ein Faden reißen sollte; auch kannman die oben angeführte Geschwindigkeit im Drehender Haspel nach Gutdünken in einer Minute bis 240erhöhen, aber auch vermindern. Herr yon Türk istjedoch der Meinung, daß sich für uns (Preußen), dawir vor der Hand keine so großen Quantitäten Seideabzuhaspeln haben, und es auch an vielen Orten anWasserkraft fehlt, eine kleine Maschine zu dieser Ver-richtung besser schicken würde, die er auch bei dem Hrn.Mylius daselbst gesehen, die im Wesentlichen ganzmit der großen, so eben beschriebenen, übereinstimmt,sich jedoch dadurch unterscheidet, daß die Haspel, achtan der Zahl, durch ein Schwungrad in Bewegung ge-