242 Seide und Seidenbau.
so lauge abzieheu kann, bis sie bemerkt, daß die Fadensehr rein und klar erscheinen, welche Fäden dann, nachAbsonderung des zuerst Abgegangenen, welches zurFloretseide benutzt wird, die zum Haspeln bestimmteSeide ist. Sobald nun diese Fäden, nachdem die Seidefein oder minder fein, also fein oder dick werden soll, 4,5, 6, oder auch 12 bis 15, durch die Fadenlöcher gezogenworden, muß die Haspeldreherin solche auf den Haspelanlegen und solchen vermittelst des Drehegriffs sehr ge-schwinde herumdrehen, wo sich dann die beiden FadenSeide auf den Haspel anlegen, und auf demselben durchHülfe eines Fadenleiters, für jeden Faden zwei besondereSträhnen ausmachen. Die beiden Fadenleiter werdenaus zwei kleinen, 4 Zoll langen Stücken Eisendrahtgemacht, die mit dem einen Ende 6 Zoll weit auseinan-der, in ein hölzernes Richtscheid, senkrecht eingeschlagenund an dem andern Ende wie ein Ring gekrümmt wer-de», wodurch man den Seidenfaden steckt. Das Richt-scheid, welches diese Fadenleiter trägt, bewegt sich hori-zontal, und mit der Achse des Haspels parallel, und dadiese Bewegung von der Rechten zur Linken geht, sohat man dieses Stück det Winde das Hin und Wieder,Fr. 1a va et vient, genannt. Die Abwinderin mußnun Sorge tragen, immer die sich schneller abwindendenCocons durch andere zu ersetzen, um allemal den Seiden-faden, dessen Dicke ihr durch zwei Zahlen, als von 4bis 5, von 5 bis 6, oder von 6 bis 7 Cocons rc. angege-ben wird, bei einer Gleiche zu erhalten. Da aber jederaus der Seide von verschiedenen Cocons zusammenge-setzte Faden auf den Haspel'ankam, ohne ein Gan-zes auszumachen, das kst, ohne daß die Fäden einer mitdem andern verbunden waren, so erfand man zuerst die-ses Mittel, daß man jeden Faden Seide, bei dem Aus-gange aus den Fadenlöchern, über den Umkreis zweierWalzen laufen ließ, theils um dadurch Gelegenheit zo