Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau.

habe», daß alle Fädchen, deren Kleber, den sie inMenge bei sich haben, noch weich genug ist, sich aneinander keimen können, an einander gedrückt wür-den; theils um die Feuchtigkeit herauözudrük-ken, und sie durch dieses Mittel recht trocken und gutmiteinander verbunden auf den Haspel zu bringen. DieWalzen, deren man sich hierzu bediente, waren nur bloße,über eine eiserne Spindel gesteckte Spulen, daher mandiese Art, die Seide abzuwinden, über die Spulenabwinden nannte, weil nun die auf diesen Walzenöder Spulen geschehene Zusammendruckungen nicht starkgenug waren, und dein Seidenfaden eine platte Gestattgaben; auch deren Fäden noch nicht genUg verbunden,nochnicht trocken genug, und nicht eben genug wurden, soschaffte man die Spulen wieder ab, und erdachte au de-ren Stelle die Kreuzung der Fäden; daß nämlich sich diebeiden Faden Seide bei dem Ausgange aus den Faden-löchern etliche Male übereinander kreuzen, welche Artdes Mindens vortrefflich gelang, und die Seide erhieltvon der Zeit an eine ganz andere Beschaffenheit; dennda sie vorher platt war, als sie über die Spulen gewun-den ward, so wurde sie jetzt durch das Kreuzen rund.Die Fädchen schienen, ungeachtet sie parallel über ein-ander gelegt waren, gut miteinander verbunden zu seyn,und nur einen einzigen Körper auszumachen; auch kamsie trocken auf den Haspel. Von diesem Augenblicke anhaspelten die Piemonkeser alle ihre Seide auf diese Weiseab, welches man über das Kreuz abwinden nannte.Nach dieser Erfindung machten nun die Piemonteser ihreSeidenwinden durch verschiedene andere Vorrichtungenimmer vollkommener. Die Fadenleiter, welche die Sei-denfäden auf den Haspel führen, erhalten ihre Bewe-gung durch eine Rolle, deren Achse auf einem Quer-holze der Winde befestiget war, und diese Rolle wardurch eine Schnur ohne Ende bewegt, welche über eine

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