244 Seide und Seidenbau.
andere Rolle ging, die an dem einen Ende der Achse desHaspels befestiget war, wodurch sie ihre Bewegung er-hielt. Diese Bewegung, welche gegen eine jede Um-drehung des Haspels ein solches Verhältniß haben muß,daß die Seidenfaden beständig ihren Ort verändern,und niemals aufeinander ruhen, ward aber durch diemannigfaltigen Veränderungen der Schnur ohne Endejederzeit aus ihrer Ordnung gebracht. Die Piemonke-ser brachten daher die Bewegung durch die Schnur ab,und sehen an deren Stelle vier Räder, die durch einebestimmte Anzahl Zähne ineinander eingreifen, damitdas Verhältniß der Bewegung der Fadenleiter gegeneine jede Umdrehung des Haspels immer dieselbe bleibt.Auch haben sie die Entfernung der Fadenleiter von demHaspel vermehrt, welche sie auf 3 Fuß 1 Zoll PariserMaaß festgesetzt haben, damit die Wassertheiiche«, wel-che die Seidenfaden begleiten, Zeit haben können, vonder Luft berührt zu werden, und desto mehr auszudun-sten. Obgleich die kreuzenden Winden der Piemonte-ser bis hierher für die besten gehalten worden, so hat sHerr Vaucanfon dennoch gefunden, sie noch einfa-cher und vollkommener zu machen. Er hat deswegendie vier Räder abgeschafft, durch welche die Fadenleiterihre Bewegung durch die Achse des Haspels erhielten;denn da sie nur von Holz gemacht waren, so haben sieviele Unbequemlichkeiten. Die Zahne nutzen sich leichtab, und zerbrechen auch leicht. Der Wellbaum, wel-cher die Bewegung des Haspels den Fadeuleitern mit-theilt, und der ebenfalls von Holz ist, wirft sich leichtwegen seiner Länge, welche 3 Fuß beträgt. Man mußdaher alle diese Theile jederzeit doppelt haben, um solchebei dem ersten Zufall verändern zu können, damit dieAbhaspelung der Seide nicht unterbrochen werde, wel-ches größere Erhaltungökosten, und folglich eine meh-rere Ausgabe erfordert. An deren Stelle führte HerrVaucanfon wieder die Schnur ohne Ende ein, und