Seide und Seidenbau. 245
und durch solche das Querholz, welches die Rolle beiden Fadenleitern trägt, durch Beihülfe eines Gewichtsvon 4 bis 5 Pfund, welches dieses Querholz mit einerstets gleichen Kraft auf die der Schnur ohne Ende ent-gegengesehten Seite zieht, beweglich gemacht; daß alsosowohl die Rolle, als das Querholz und das Gewicht,sich immer nach den geringsten Veränderungen derSchnur richten, woraus jederzeit eine ordentliche Be-wegung der Fadenleiter erfolgt, die man durch den Un-terschied der Durchmesser beider Rolle», nach der Be-wegung des Haspels einrichtet. Das Verhältniß vondrei und zwanzigstehalb Theilen, für die Rolle au demHaspel, und von sieben und dreißig Theilen für die Rollebei den Fadenleicern, soll das Vorcheilhafteste seyn,um die Seide auf den Hasp-l gut zu vertheilen. DieKreuzung der beiden Seidenfaden dient nicht allein da-zu, daß die Wassertheils ausgepreßt, und die verschie-denen Fädchen von den Cocons mit einander so ver-bunden werden, daß sie nur einen einzige» Faden aus-machen, sondern sie dienen auch noch dazu, die Seiderecht rein und recht eben zu machen, weil die geringstenUnreinigkeiten, und die geringsten kleinen Flöckcheu,welche mit den Fädchen von den Seidencocons kommen,wenn solche nicht genug gereiniget sind, bei der Kreu-zung stecken bleiben, und weil sie nicht weiter fort kön-ne», verursachen, daß die Seidenfaden abreißen. Danun die Abwinderinnen diesen Zufall befürchten, weilsie dann genöthiget sind, die Kreuzungen von vornewieder anzufangen, welches keine leichte Arbeit ist, somachen sie nur eine sehr kleine Anzahl von diesen Kreu-zungen, aus Furcht, daß ihnen solcher wieder begegriMmöge. Die Seide kommt dann bei weitem nicht sotrocken, so rein und so stark auf den Haspel, weil dieverschiedenen Fädchen weniger verbünd«, sind, und we-niger zusammenhangen. Man empfahl ihnen zwar,daß sie vielmal kreuzen sollen; allein sie hatten keine