Seide und Seidenbau. 249
Heiken, welche die doppelte Kreuzung der Seide giebt,macht sie auch noch, daß die Abwinderin die beiden Sei-denfäden so vollkommen mache» kann, als es nur mög-lich ist. Die Abwinderin der Cocons hat kein anderessicheres Mittel, sich von der Gleichheit der beiden Sei-denfaden, die zugleich gemacht werden, zu versichern, alsdieses, daß sie einen jeden von denselben von einer glei-chen Anzahl von Seidencocons abwindet. Wenn aberdie Cocons zu Ende gehen, das heißt, fast ganz abge-wunden sind, so geben sie viele schwächere Fäden, undoft sind zwei, drei, bisweilen vier von diesen Fäden nichtso stark, als einer von denen, die sich im Anfange ab-winden; solches wird dieAbwinderin gleich an der zwei-ten Kreuzung gewahr; indem solche den Augenblick aufdiejenige Seit fällt, welche dem schwächsten Faden gegenüber ist, und daraus merkt sie, daß sie neue Fäden vonden Cocons zulegen muß, bis daß die Kreuzung wiederin die Mitte ^gekommen. Ueberhaupt giebt diese dop-pelte Kreuzung nicht zu, daß bei dem Abwinden der ge-ringste Fehler, noch die geringste Nachläßigkeit Mit un-ter laufe; denn wenn die Cocons nicht vorher gut aus-gesucht worden, um besonders abgewunden zu werden,und wenn die Abwinderin bei dem Schlagen der Fäd«chen, sie nicht gut reiniget, so daß sie von aller schlech-ten Seide gänzlich gesäubert kommen, so macht das ge-ringste Flöckchen von dieser schlechten Seide, daß dieFaden reißen, wenn sie dahin kommen, wo sie gekreuztworden; und wenn sie dann nicht ferner Sorge trägt,an die zu schwachen Fäden neue Fäden anzulegen, sotreibt die Kreuzung, weil sie zu sehr auf die gegenüber-stehende Seite fällt, den schwachen Faden durch, wo-durch derselbe ebenfalls zerreißt. Zwischen den Faden-löchern und der ersten Kreuzung steht auch eine Gabel,in welcher die beiden Seidenfade» liegen, und die ver-hindert, daß die Kreuzung nicht mehr auf die eine, alsauf die andere Seite fällt. Die Abwinderin, welche