250 Seide und Seidenbau.
diese Beschäftigung erst beginne», können sich der Ga.bel so lange bedienen, bis sie einen neuen Faden schnellzu zulegen geübt genug sind; denn Liese Gabel mache,daß sie mehr Zeit haben, neue Fäden von den Coconsan den schwachen Faden anzulegen, der immer von demstärksten Faden durchgetrieben wird, welches oft verur>sacht, daß zwei Faden reißen.
Um die Seide so fein zu Haspeln, daß sie der weißenNankingerSeide in China gleich kömmt, hat Polivre,Befehlshaber der Marine auf der Insel Bourbon, imletzten Drittel des perwichenen Jahrhunders folgendesVerfahren angegeben: Er bediente sich hierzu der Sei-denwinde von Vaucanson, bei welcher er zwei Saal-chen von Eichenholz anbrachte, die einen Zoll dick, sechsZoll hpch und polirt waren. Sie stehen etwa in einerEntfernung von 8 Zoll von einander, und sind vermit-telst zweier Zapfen auf der Tafel befestiget, um aufihrem oberen Ende eine glatte Glasröhre zu tragen,welche quer über diesen Säulchen befestiget liegt.Nahe vor diesen kleinen Säulchen sind Glasringe,welche den Faden leiten, einige Zoll höher angebracht,als die Schaft oder der Kessel mit den Cocons steht.Auf diese Weise laufen die einzelnen Faden der Coconsaus dem Kessel oder Becken anfangs etwas schief in dieHöhe, dann durch die Glasringe, und von denselbenüber die kleinen, gläsernen Walzen, wo sich die Fädenzum Erstenmale glatt streichen, An dem ersten Fußge-stelle des Windestocks sieht ein hoher eichener Stabaufgerichtet, und zwar mit seinem Oberende gerade sohoch, als der obere Theil des Haspels selbst, und nahevor demselben. Oben auf diesem Stäbe liegt ein O.u-r-holz, an dessen beiden Enden ebenfalls gläserne Rollenbefestiget sind, welche, beide zusammengenommen, geradeso breit sind, als die dicht über der Coconschale befindli-chen Glasringe. Auf diesen Rollen schleift und glättetsich die Haspelseide zum zweiten Male, und sie bekommt