Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 351

durch diese kleine Quetschung einen Silberglanz. Hier.auf streicht sie sich an zwei ähnlichen Glasrollen, welchesenkrecht stehen, und da sie auf diese Weise in zweiBündeln auf den Haspel aufgewunden wird, so wirdder Faden wieder rund. Das Vorderende der Seiden-winde, wo sich die oben erwähnten kleinen Glaöringebefinden, muß wenigstens 6 Zoll niedriger, als die ober-sten Querrollen stehen. Wenn nun das Haspelmädcheneinige Minuten ausruhen will, so muß sie jederzeit diean den Glasrollen angeklebten Fäden sanft in die Höheheben und lüften, ohne diese Vorsicht würden die Fädenunfehlbar zerreißen. Da nun der Seidenfaden anfangsvom heißen Wasser noch naß und weich ist, so wirdderselbe so oft gestrichen und geplättet, bis die einfachenSeidenfädev, aus welchen die stärkere bestehen soll,sämmtlich, vermittelst ihres eigenen klebrigen Saftes,fest zusammengeleimt, geglättet, glänzend und rund wer-den. Die Chineser erhalten solches dadurch, daß sieden Faden bloß über eine Glasrolle leiten, welche siedicht vor der Seidenwinde aufhängen. Nach Poi-vre'S Methode wird der Faden wenigstens dreimalglatt gestrichen, und dieser Handgriff ist unter allen derVortheilhafteste; allein die Gläser müssen polirt werden.Im Zwirnen soll aber der aus einfachen Fädchen entste-hende Seidenfaden, wenn man ihn während des Auf-haspelnö ein wenig zwirnen wollte, den Silberglanz ver-lieren, ob er gleich dadurch zu einem festeren und run-dem Faden wird. Die Chineser zwirnen den Fadennicht, sondern Haspeln ihn bloß aus dem gehörigen hei-ßen Wasser ab, welches den klebrigen Saft der Seidebesser auflöset, und dieser Saft leimet die Fäden zneinem starken Faden zusammen; reißt indessen rvährentzdes Abhafpelns ein einfacher Faden, so muß die Abha«splerin dqs abgerissene Coconende nicht höher, als nöthigist, mit dem Arme hinaufziehen, damit der schlaffe Fa-den nicht vor der Zeit trocken werde, ehe er sich an die