258 Seide und Seidenbau.
der verschiedenen gezwirnten Seiden liegt bloß in derAnzahl Fäden, die dazu genommen werden, und in demmehr oder weniger drallen Spinnen derselben.
Bestimmung des Feinheitsgrades der ge.haspelten Seide in Italien. Hierzu bedientman sich einer sogenannten Denier-Wage. Manhat nämlich einen Haspel, der mit einem Zifferblattsund einem Zeiger versehen ist, der bei hundert Umdre-hungen des Haspels, also bei einem Seidenfaden vonhundert Mal dem Umfange des Haspels, um eine Ziffervorrückt, und eine kleine Glocke ertönen läßt. Sobalddieses viermal geschehen ist, nimmt man die solcher Ge-stalt auf den Haspel gewundene Seide herab, und wägtsie auf der Denier-Wage. Je schwerer nun dirser auf-gewundene Faden, der jetzt .eine Länge von vierhundertMal den Umfang des Haspels hat, wiegt, je gröber istdie Seide; je weniger er wiegt, desto feiner ist sie.Wiegt nun z.B. dieser Faden 24 Deniers, so sagt man:die Seide ist zu 24 Deniers. So hat man Seide von60 bis zu 18 Deniers. Bei großen Seidenhaspel-An-stalten wird das Gespinnst einer jeden Hasplerin vonZeit zu Zeit durch die Denier-Wage geprüft, um da-nach den Grad ihrer Geschicklichkeit beim Haspeln derSeide zu bestimmen. Diejenigen nun, die sehr sorg-fältig gehaspelt haben, werden beibehalten, auch wohlbelohnt, die uachläßigen dagegen, die eine zu schwereoder grobe Seide liefern, das erste Mal ermähnt, undihnen die Handgriffe rc. noch einmal genau gezeigt;wenn aber alle Ermahnungen nichts fruchten, so wer-den sie entlassen, wie auch schon oben, S. 234, ange-führt worden. Eine dergleichen Einrichtung wäre auchwohl bei uns zu wünschen.
VomAufbewahrejn der gehaspeltenSeide,und von dem Zusammenlegen undBeschwe-ren der Strähnen. Nachdem die Seide von denCocons nach der oben angeführten Vorschrift abgeha«