Seide und Seidenbau. 263
entsteht, wenn sie aus den Hütten genommen und gerei-niget werden. Hierzu rechnet man noch die Seide vonden Kurzspinnern, welche Wirkseide genannt wird. Ambesten ist es, die Reinigung der Cocons von der Flock-seide sogleich vorzunehmen, nachdem die Cocons vonden Reisern der Hütten abgelöset worden; denn geschiehtdieses später, so sind die Cocons gewöhnlich schon mitallem Unrathe behaftet, wobei die Reinigung nur sehrmühsam und unvollkommen verrichtet werden kann.Wenn sie benutzt werden soll, so muß man sie auf fol-gende Art behandeln: Man bringt diese Flockseide vor-her in reine Geschirre, bezieht sie mit Wasser, und läßt sieeinen Tag lang darin weichen; am folgenden Tage wirdsie sowohl mit den Handen gewaschen, als auch nach derArt, wie es mit der Wasche geschieht, mit einem StückHolz geklopft, dann das Wasser gut ausgedrückt, in denKessel gebracht, mit reinem Wasser überschüttet, undeinen halben Tag lang gekocht rc. Das reine Auswa-schen vor dem Kochen muß bei dieser Gattung um sogewisser geschehen, weil sich -er Schmutz widrigenfallsvielmehr ein- als auskochen würde. Der Kessel soll demauszukochenden Quantum angemessen seyn, das heißt,weder zu groß noch zu klein seyn, und nur 1^ EymerWasser fassen. Man gebraucht diese Seide zu Watten,und kann sie auch auf Spinnrädern wie Baumwollespinnen; auch braucht man sie, sobald das Unreine vonderselben entfernt worden, nicht zu cardetschen. —^ Diezweite Gattung von Flock - oder Floretseide, welche imSpinnkessel während der Zubereitung der Fadenentsteht, auch diejenige, womit die Strähnen unterbun-den werden und die beim Anspinnen der Cocons wäh-rend des Spinnens entsteht, kann man bei gehörigerBehandlung sehr gut benutzen. Man sammelt sie täg-lich, und legt sie zum Trocknen auf besondere Rohrbet-ten ; dann bewahrt man sie einstweilen in Kisten aus,um sie vor Schmutz und Staub zu bewahren, bis der