Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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ä 64 Seide und Seidenbau.

Vorrakh so bedeutend ist, daß er ausgesotten werdenkann. Wenn nun dieses geschehen soll, nimmt manein reines hölzernes Geschirr, gießt reines Wasser dar-über, und läßt sie einen Tag lang stehen und erweichen;am nächsten Tage wird sie zwei - oder dreimal gut aus-gewaschen, dann in den gut gereinigten Siedekessel ge-bracht, reines Wasser darauf gegossen, und so lange ge-sotten, bis die gummiartigen Theile davon sich gehörigaufgelöjet haben, welches oft erst innerhalb zwölfSkun-den geschieht. Zu bemerken ist hierbei noch, daß dieim Kessel befindliche Seide stets mit hinlänglichemWasser bespült werden muß, daher es besser ist, kein zugroßes Quantum von Seide in den Kessel zu bringen,weil der gehörige Erfolg nur unter dieser Voraussez-zung erwartet werden kann. Wenn man daher bemerkt,daß das Wasser imKessel sich schon mehr versotten hat,so muß stets anderes nachgegossen, dabei aber berück-sichtiget werden, daß das Wasser in einem mäßigenSieden bleibe. Nach Einigen soll man die Seide inWasser, worein ein wenig Potasche geworfen worden,ein paarmal aufwellen lassen, so wird der meiste Gummiherausgehen; dann wird sie rein ausgewaschen und zumzweiten Male ausgesotten, und statt der Potasche wirdzu jedem Pfunde Seide 6 Loth Seife mit in den Kesselgeworfen. Die Seide muß jedoch vollkommen mitWasser bedeckt seyn, und eine Viertelstunde sieden.Hierauf wird sie mit reinem Wasser so oft gewaschen,bis dasselbe rein darauf stehen bleibt; dann wird sie wie-der getrocknet, und mit Stöcken geschlagen, damit sieweich wird; hernach wird sie cardetfcht und gespon-nen. Nach der zuerst angeführten Art des Reim-gens muß die Seide mehrmals, nachdem sie gesottenworden, in reinem Wasser gewaschen werden; dannwird das Wasser ausgedrückt, und die Seide zum gänz-lichen Abtrocknen auf ausgespannten Stricken, an son-nigen, lustigen, vor dem Staube gesicherten Orten ge-hörig ausgebreitet werden. — Die dritte Gattung der