Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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Seide und Seidenbau. 265

Floretseide, welche aus Cocons entsteht, in welchen diePuppe zu spät oder nur unvollkommen getödtet worden;dann aus Äcons mit/ehlerhaftem Gewebe, aus Cocons,in welchen die Puppen zerplatzt sind, und dann aus denim Spinnen entstehenden Ueberbleibseln. Man findetdiese Gattung sehr häufig, und solches aus Mangel anAufmerksamkeit in der Spinnzeit; denn bei einer ver-späteten Tödtung beißen sich eine Menge der Puppendurch, wovon die Cocons dann nur zur Floretseide ver-wendet werden können, wodurch der Ertrag der Seiden-Erndte sehr geschmälert wird. Diese Gattung der Flo-retseide wird auf folgende Weise gereiniget. Sobaldnämlich im Spinnkessel ein solcher Auswurf entsteht,so muß er sogleich von der Puppe, der Haut und denschwarzen Flecken sorgfältig gereiniget werden, weil ersonst bei Anhäufung derselben leicht in Gährung über-geht. Man kocht diese Ueberbleibsel rc. der Seide solange, bis es ein Filz wird, und die Würmer meist her-ausgehen; dann wird sie aus dem Kessel genommenund auf einem Block mit einer Keule geschlagen, einigeMale ausgeschüttelt, bis die Würmer heraus sind, her-nach in reinem Wasser ausgewaschen, und dann mitSeife noch einmal gekocht. Viele kochen sie auch dannerst rein, wenn sie schon gesponnen ist. Thut man nunbei dem ersten Male des Kochens etwas Potasche dazu,und beim zweiten Male die Seife, so wird sie so weiß,als Baumwolle. Hierauf wird sie mit Stöcken geschla-gen und cardetscht. Nach der Zubereitung einigerneuen Seidenzubereiter wird diese Gattung, sobald diezum Kochen erforderliche Menge davon beisammen ist,am Tage vorher in ein Gesäß gelegt, darauf reinesWasser geschüttet; am andern Tage wird der Kessel ge-reiniget, das Wasser von der Seide ausgedrückt, dannin den Kessel gelegt und in stets hinlänglichem Wassereinen halben Tag lang gesotten, dabei aber mehrmalsumgerührt rc. wie bei der vorhergehenden Gattung, nur