Seide und Seidenbau. 267
den, um so vortheilhafter ist es. Man nimmt dannwieder ein Pfund, verfährt mit demselben Quantum,wie vorher angeführt worden, und so fort, bis alle Flo-retseide dieser Gattung eingetreten worden. Die volleGeschirre werden dann mit Brettern belegt, und dreiTage hintereinander ruhig stehen gelassen; am viertenTage wird nun diese Seide so lange in reinem Wassergewaschen, bis daß das Wasser vollkommen klar undrein davon abfließt; man muß aber dabei genau daraufachten, daß keine Seide verloren geht. Wenn diesesWaschen im Flußwasser geschehen kann, welches am be-sten seyn soll, so geschieht es in runden Körben, worindie Seide liegt; am Brunnen aber in hölzernen Ge-schirren. Sie wird hier, wie Zeugwäsche, zwischen denHänden gerieben, und auf ein r Bank geklopft, dabeiaber stets das unreine Wasser ausgedrückt. Ist dieSeide auf diese Art hinlänglich rein ausgewaschen, sowird sie dann auf, der freien Luft und Sonne ausgesetz-ten, Rohrbetten ausgebreitet, und während der Trock-nungszeit zwei- oder dreimal umgewendet. Ein aufdiese Weise behandelter Cocon, zwischen den Fingernetwas gerieben, und mit den Händen langsam ausgezo-gen, liefert den Beweis, daß der Faden kräftig und klarausgezogen und ohne Kardätsche zum feinsten Fadengesponnen werden kann. Wenn die Seide hinlänglichgetrocknet worden, so wird sie dann in Kisten bis zurferneren Behandlung aufbewahrt, und vor Staub undSchmutz gesichert. Wenn diese Cocons, wie oben an-geführt worden, gekocht und kardäscht werden, so ist dasVerhältniß derselben vor und nach dem Sieden folgen,des: 1796 Stück durchgefresseneCocons wiegen unauf-geschnitten 1 Pfund, aufgeschnittene 20 Loth, und aus-gekocht 21 Loth, also liefern 1796 durchgefressene Co-cons 21 Loth Seide in die Kardätsche.
Alle Floretseide, welche kardätscht wird, muß vorhergehörig ausgeklopft werden, wodurch sie erst vollends