Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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388 Seide und Seidenbau.

Orten, ungeschickte Hasplerinnen die Seide sehr verdür-ben und dem Eigenthümer, wie dem allgemeinen Be-sten großen Schaden zufügten. Hier trifft nun dasein, was ich schon oben bei der Erwehnung des Has-pels von dem Herrn MechanikuS Ernst gesagt habe,daß man durchaus, wie solches auch Herr Ernst vor-schlägt, Haspelanstalten von Seiten des Staates er-richten müßte, in welche der Seidenbauer seine Coconsliefern, und sie daselbst abhaspeln lassen könnte. Es istwohl nicht zu leugnen, daß durch den Eifer und die Be-triebsamkeit mancher Küster und Schullehrer auf demLande, der Seidenbau im Preußischen, hauptsächlichin der Mark, immer noch im Kleinen aufrecht erhaltenworden, obgleich er im Großen schon längst erloschenwar; allein man wird auch eingestehen müssen, daß manin einem Schulhause selten ein zum Haspeln gehöriggeeignetes Local finden wird, und daher konnte nie eineguteSeidegehaspelt werden, da die Einrichtungen dazu,nur sehr schlecht waren und sind. Der freie Zutrittwarmer atmosphärischer Luft in den Monaten Juli undAugust ist beim Haspeln sehr wesentlich, damit dieSeide durch den Luftgang schnell trockne und ihren na-türlichen Glanz behalte. Die Schullehrer sind abergenöthiget oft bis in den Herbst zu Haspeln, wo danndie Luft schon zu kalt ist, und die Seide nicht gehörigtrocknen kann. Diejenigen, welche im Freien Haspeln,haben dazu zwar Raum genug, allein oft ist ihnen auchdie Witterung hinderlich. Herr von Türk schildertdie Hindernisse, die die Schullehrer oft auf dem Landebeim Haspeln ihrer Seide finden, sehr lebhaft, so daßman daraus schließen müßte, daß viele derselben dadurchgehindert wurden, den Seidenbau fortzuseßen. Ersägti ,,Man denke sich die Noth und Sorge eines sol-chen armen Schullehrers. Sein ganzes Dienst-Ein-kommen ist vielleicht nur 50 bis 80 Rthlr. Nun haeer däö Glück 20 Pfund Seide zu bauen; er selbst darf