Seide und Seidenbau. 317
zum 13ten September sind 170 Pfund Seide abgeha-spelt worden, nämlich:
1) weiße Seide zu 4 bis 5 Cocons . . 36Pfd.
2) dergl. zu 6 bis 7 Cocons .... 34 -
3) gelbe Seide zu 5 bis 6 und 6 bis 7
Cocons ........ ... 90 -
160 Pfd.
Hierzu die Seide von den doppelten Cocons 10 -
überhaupt 170 Pfd.
Die gebackenen Cocons sind, je nach der Beschaffenheit,mit 10,12^- und 15 Silbergroschen das Pfund bezahltworden.
Wichtigkeit des Seidenbaues überhauptund ins besondere für Deutschland, nament-lich aber für unser Vaterland Preußen. Daß derLupus der Seidenraupenzucht, dem Seidenbaue mehrAusdehnung gegeben, ist wohl nicht zu bezweifeln; dennanfangs war der Seidenbau wohl nur itt dem Morgen-lande eine Quelle des Bedürfnisses, nicht des Glanzesund der Pracht, welches er erst später geworden, undnoch mehr, nachdem die Seide nach Europa gekommen,und die Europäer durch ihre Heereszüge nach Asien denLuxus des Morgenlandes kennen lernten. Die Seidewurde nun ein sehr einträgliches Handelsprodukt, undein sehr gesuchter Artikel von den Vornehmen undReichen; ja seidene Zeuge schlichen sich späterhin auchbei den Mittelklassen der Staatsbürger ein; denn derwohlhabende, der bemittelte Bürger sah seine Gattin-seine Töchter auch gern in diesen köstlichen Stoff desMorgenlandes gehüllt; es ist daher nicht zu verwun-dern, daß die Europäer, und namentlich Spanien, Ita-lien und Frankreich, suchten den Seidenbau bei sich ein-heimisch zu machen- und das Geld sich zu erhalten,welches im 16ten und zu Anfange des 17ten Jahr-hundert- noch in ungeheuren Summen für diesen Ar-