Seidenfärberey. 347
nach offen. Wenn die Seide hineingethan worden,so wird der Sack der.ganzen Länge nach mit einerSchnur zugenäht, die man mittelst eines Knotensbefestiget. Man thut in jeden Sack 25 bis 30 Pfd.Seide. Man bereitet nun ein neues Seifenbad,gleich dem ersten, das heißt, daß man dieselbe MasseSeife zu 100 Pfd. im Gewicht nimmt, und wenndie Seife gut geschmolzen, und das Kochen durchkaltes Wasser gehemmt worden ist, so wird derSack hineingeworfen und 1^ Stunde recht stark ko-chen gelassen. Während dieses Kochens muß manSorge tragen, sie oft durcheinander zu rühren; dasheißt, man muß die Säcke, welche unten waren, indie Höhe zu bringen suchen, um zu verhindern, daßdie Seide nicht anbrenne, wenn sie zu lange auf denBoden des Kessels läge; auch dient diese Bewegungdazu, daß sie gleicher und geschwinder kocht. DiesesVerfahren geschieht nun bei derjenigen Seide, welcheweiß zu bleiben bestimmt worden.
Die Seide, welche zum Färben bestimmt worden,erhält eine andere Kochung, indem das Seifenbad nichtso stark gemacht wird. Man nimmt hier 15 bis 20Pfd. Seife gegen 100 Pfo. harte Seide. Die Ko-chung geschieht übrigens, wie oben beschrieben wor-den, nur mit dem Unterschiede, daß man nicht dieArbeit zum Wegschaffen des Gummi vornimmt,sondern sie 3^ bis 4 Stunden kochen läßt, indemman dafür sorgt, daß von Zeit zu Zeit der Kesselmit Wasser angefüllt wird, damit immer eine hin-längliche Bademasse vorhanden ist. Wird die Seidebestimmt, blau, stahlgrau, schwefelgelb oder eine an-dere Farbe anzunehmen, welche einen guten weißenGrund erfordert, so wird das Quantum an Seife er-höht, also 20 bis 25 Pfo. auf 100 Pfd. Seide, undman läßt es ebenfalls drei oder vier Stunden kochen.Soll die Seide eine Ponceau, Kirsch- oder eine andere