Seidenfärberey. 349
kere Seifenwasser gebracht, worin sie nur ungefährStunde kochen darf, dann nimmt man sie herausund legt sie auf Schrägen, daß sie ein wenig ablaufenund sich abkühlen kann. Hierauf legt man sie in einmit Schwefelsäure sauer gemachtes Wasser H Stundelang, das heißt, man nimmt Schwefelsäure und tröp-felt so viel in einen Zuber mit weichem Wasser, wel-cheS hierzu eingerichtet worden, daß das Wasser, aufdie Zunge genommen, ungefähr eine Säure ange-nommen hat, die der Essigsäure gleich kommt. ImHerausnehmen aus diesem sauren Wasser wird siesehr stark und mit aller Kraft durch hölzerne Prügelausgerungen, und zuletzt in fließendem Wasser vol-lends rein ausgewaschen; dann noch einmal so stark,als möglich, ausgerungen und getrocknet. Die Seidesoll durch diese Behandlung recht von innen herausaufs Beste gereiniget und sehr schön weiß werden,auch alle Farben vollkommen gut annehmen, so daßsie sich ganz gleich und im Innern des festen Sei-denfadens auch fest ansetzen, alle möglichen Schönhei-ten erhalten und mit dem vortrefflichsten Glänze er-scheinen kann. Auch hier muß, wenn die Seide weißbleiben soll, sie noch einmal in ein Seifenbad, undaus diesem entweder in das saure Wasser gelegt odergeschwefelt werden, welches gleich viel ist. Ueberdas Schwefeln, s. weiter unten.
Wenn die Seide mit Seife gekocht oder ein Seifen-bad eingerichtet wird, so muß man sich dazu nur derbesten weißen Seife bedienen, die einen guten kali-schen Gehalt hat; denn bediente man sich einer an-deren Seife, so würde man dabei nichts ersparen;denn das Quantum müßte dann um so größer seyn.Es giebt Seife, welche mit dem Gummi von derSeide zufammenrinnt und mit demselben eine Ma-terie ausmacht, die die Eigenschaft des Waches hat,welches nichts taugt; auch Seife, worin Schweine-