386 Seidenfärberey.
thut noch ein wenig frische Blauholzflüssigkeit hinzu,so kann man aus diesem Farbenbade noch von der dun-kelsten bis zur hellsten grauen Schattirung eine nachder andern heiß herausfärben, ohne zu kochen, und nachdem Ausspülen wird die Seide an sreier Luft, aber imSchatten, getrocknet. So benußt man auch die schwar-zen Farbenflüsstgkeiten aufs beste, dunkle und helleSchattirungen vom Schwarzen bis zum Silbergrauensehr wohlfeil heraus zu bekommen, wenn man anfangszum Schwarzen nichts gespart, sondern alle Flüssigkei-ten stark dazu genommen hat, welches bei allen dunk-len Farben geschehen muß. Die schwarze Farben ha-ben im Kessel ein röthliches Ansehen von dem Krapp,sie werden aber immer schwärzer und schöner, je längersie an der Lust sind oder getragen werden.
Schwarz aus der Eisenflüssigkeit. Manlege die Seide zuerst in die kalte Reisbrühe, sieben,S.381,12 Stunden lang, damit sie vorbereitet werde,dann in die Eisenflüssigkeit, eben so lange, und auchmuß diese nur kalt seyn. Sollte die Farbe das ersteMal nicht schwarz genug werben, so darf man es nurwiederholen, und die Seide noch einmal abwechselnd indie beiden Flüssigkeiten legen; man muß aber dazuganz frische Bäder yehmen, so wird man nach demAuSwaschen gewiß finden, daß die Seide vollkommenschwarz ist. Dieses soll die festeste schwarze Farbe un-ter allen seyn. Mit den übrigen Eisenflüssigkeitenkann man machen, was man will. Man gießt sie ent-weder zusammen und braucht sie als Beißen zu helle-ren Schattirungen mit dem Blauholze, oder mannimmt jede dann und gießt sie wieder zurück auf dasEisen, oder hebt sie auf, um wieder frisches Eisen darinabzulöschen. Weggießen soll man von diesen Eisen-bädern, so lange sie noch rein sind, nichts, weil sieimmer ihren Gehalt behalten und nur frische Eisen-theile erhalten dürfen.