Seidenfärberey. 387
Bleifarbige Schattirungen aus demBlauholze und dev Eisenbrühe. Man beißtdie Seide zuerst in einer Eisenflüssigkeit und setzt zudem Blauholzbade nur noch etwas zerstoßenen blauenVitriol, etwa auf ein Pfund Seide, 2 Loth, hinzu, undfärbt dann die in der Eisenflüssigkeit gebeitzte Seideheiß oder kochend; so erhält man zuerst ganz dunkleSchattirungen, die man nach dem Auswaschen imSchatten trocknet. Gießt man hernach von demEisenbade noch so viel, als man will, unter das übrigeBlauholzbad, so erhält man davon noch hellere bläu-lichte Schattirungen,
MausefahlNe Schattirungen aus demBlauholze. Man bedient sich hierzu eines Galläpfel-dekoctS, und macht aus einem Theile Eisenflüssigkeit,einem Theile Galläpfeldekoct und zwei Theilen Wassereine Beiße, worein die Seide zwölf Stunden lang ge-legt wird. Bei dem Herausnehmen wird sie nunstark ausgerungen und dünn beiseite gelegt, bis dieBlauholzflüssigkeit fertig ist, in welcher man, sobald siein dem Kessel heiß ist, noch 2 Loth blauen Vitriol auf-löset, und hernach darin die gebeitzte Seide heiß färbt,ohne es kochen zu lassen, bis sie die dunkelste Farbe vondieser Mausefahletten Schattirung angenommen hat.Gießt man nun die übrige Eisenflüssiigkeit unter dieBlauholzflüssigkeit, und thut zu der letzter« noch etwasfrisches Dekoct, so kann man noch zwei bis drei hel-lere Schattirungen herauöfärben. Es sind ziemlichfeste und dauerhafte Farben, wie die vorigen. Weilman aber bei der ganzen Färbung auf den Vitriol nichtviel hält, so kann man statt desselben, die mit Salzgeistgemachte Kupfersolution unter das Blauholzbad mi-schen, und die zwei vorher angeführten bläulicht grauenSchattirungen dadurch machen, und man wird finden,daß sie bessere Dienste thun, als der blaue Vitriol, auchschönere und festere Farben geben.
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