Band 
Hundert und zwei und fünfzigster Theil, welcher die Artikel Sege bis Seihezeug enthält.
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394 Seidenhafpel.

Sowohl mit dem Piemontesischen Seidenhasprlals auch mit dem Seidenhafpel des Herrn Ernst' und mit dem Französischen des Herrn Barbier,wurden in der in dem Königlichen Gewerbehausezu Berlin errichteten Haspelanstalt im Jahre 1827von dem Herrn Seidenfabrikanten GropiusVersuche angestellt, welche folgende Resultate gelie-fert haben. Herr Gropius ließ, um die Haltbar-keit eines einzelnen Coconfadens zu prüfen, einengroßen und festen Cocon aus Languedok-Grains vonSeidenbquern in der Provinz Brandenburg gewon-nen, allein abhaspeln; derselbe lief ab, ohne daß derFaden auch nur ein einziges Mal brach, und gab eineLänge von ungefähr 300 Ellen. Der neuere Frau-zösischeHaspel von Barbier liefert eben so viel, alsder Italienische, und man erspart dabei einen Dreher; !allein der Faden ist platt und die moulinirte Tramehat bin weit gröberes Aeußere, als dergleichen ausGreze von gleicher Coconzahl auf dem Italienischen .Haspel gearbeitete. Das Plattwerden des Greze- >Fadens bei dieser Maschine, soll aus folgenden Grün-den erklärlich seyn. Beim Italienischen Haspel wirddie Drehung durch das Kreuzen hervorgebracht; dennzwanzig bis dreißigmal schlägt sich der eine Fadenum den andern, wodurch zugleich die Feuchtigkeit, wel-che der Faden aus dem Kessel mit sich führt, ausgepreßtwird; sie fließt nach unten zurück und der Faden kommteinigermaßen abgetrocknet auf den Haspel. Bei demBarbierschen Haspel hingegen, wo die Drehungdes Fadens durch den Umlauf des Trichters hervor-gebracht werden soll, führen die Coconfäden alleFeuchtigkeit mit sich in den Trichter, der Greze-faden kommt mithin ganz naß auf den Haspel,wo er sich platt auflegt und auch so auftrocknet. ^Der Versuch, die Fäden zwischen Trichter undHaspel jsich kreuzen zu lassen, wollte nicht gelingen, weil we-gen des zu kurzen Abstandes die Fäden zu oft im